Der US-Mobilitätsdienst Uber macht seine Ankündigung wahr und startet mit einem neuen Vermittlungsservice in Deutschland: UberX soll wie der Mitfahrdienst UberPop das Niedrigpreissegment bedienen, aber gleichzeitig vollständig gesetzeskonform operieren.

Damit reagiert das Unternehmen auf die vielfältigen Verbote und Einschränkungen, die deutsche Gerichte gegen die Uber-Dienste UberBlack und UberPop verhängt haben. Die Partner von UberX sind nun voll lizenzierte Mietwagenunternehmen, die Fahrzeuge haben laut Uber Zulassungen als Mietwagen und Haftpflichtversicherungen zur gewerblichen Fahrgastbeförderung, darüber hinaus verfügten sämtliche Fahrer über den sogenannten Personenbeförderungsschein.

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Der typische UberX-Partner hat demnach mehrere Fahrzeuge und angestellte Fahrer und ist selbständig tätig. Uber betont: Die Partner „bieten ihre Leistungen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung an“, Uber sei „reiner Dienstleistungsvermittler“ und stelle „die technologische Plattform bereit“.

Zum heutigen Start gibt es UberX in vier der fünf deutschen Uber-Städte: Der Dienst ist in Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf und München verfügbar – Berlin soll in wenigen Wochen folgen. In München und Frankfurt gibt es zusätzlich den Limousinendienst UberBlack, in Hamburg und Düsseldorf die Taxivermittlung UberTaxi. Der Mitfahrdienst UberPop, den Uber schon seit einiger Zeit nicht mehr wirtschaftlich betreiben konnte, wird hierzulande eingestellt.

Preislich ist der neue Dienst zwischen UberBlack und UberPop angesiedelt. In München kostet er 30 Cent pro Minute und 1,30 Euro pro Kilometer bei einem Starttarif von zwei Euro, in Hamburg liegt der Minutenpreis bei 25 Cent, in Düsseldorf bei 20.

Unabhängig von dem nun gelaunchten Service gibt sich das Unternehmen davon überzeugt, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland überholungsbedürftig seien. „Die Regelungen im deutschen Personenbeförderungsgesetz stammen im Wesentlichen aus den sechziger Jahren, als es weder Internet noch Smartphones oder Satellitennavigation gab“, sagt Deutschland-Sprecher Fabien Nestmann. „Verschiedene Regeln wie die Ortskundeprüfung oder die Rückkehrpflicht für Mietwagen sind heute weder ökonomisch noch ökologisch zeitgemäß. Vor allem aber verhindern sie, dass mehr Wettbewerb zugunsten des Kunden stattfindet.“

Zumindest aus Brüssel gab es zuletzt hoffnungsvolle Signale für Uber. Der EU-Kommission liegt derzeit eine Beschwerde des US-Unternehmens über eine vermeintlich unfaire Behandlung durch die Bundesregierung vor. Uber hat nach eigener Aussage 50.000 Nutzer in Deutschland.

Bild: © panthermedia.net / Philip Lange