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Sebastian Thrun gründete Udacity und arbeitete zuvor für Google

Vor wenigen Monaten wurde Udacity in den Club der Einhörner aufgenommen, ist damit also mindestens eine Milliarde Dollar wert. Das Geld stammte damals unter anderem vom deutschen Medienunternehmen Bertelsmann. Der Konzern ist schon seit längerem beim Startup involviert und bringt es jetzt über seine Education Group nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz. Die Internationalisierungspläne hatte Bertelsmann im November bereits angedeutet. Kürzlich startete der Dienst auch in China, schreibt Meedia.

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Udacity bietet gemeinsam mit Tech-Firmen wie Google, Facebook oder Amazon sogenannte Nanodegrees an. Das sind Zertifikate, die an Einsteiger und Fortgeschrittene in Online-Kursen wie Web und Mobile Development sowie Machine Learning und Data Analytics vergeben werden. Die kostenpflichtigen Kurse sollen dringend benötigte Entwickler hervorbringen, die anschließend an Tech-Unternehmen vermittelt werden. Die Teilnahme kostet 200 Euro im Monat, die Kurse dauern etwa sechs bis neun Monate. Bei einem erfolgreichen Abschluss innerhalb von zwölf Monaten soll die Hälfte der Gebühren zurückerstattet werden. Neben dem Bezahlprogramm gibt es 100 kostenlose Weiterbildungsangebote.

Im deutschsprachigen Raum wird das Unternehmen jetzt von Nicolas Dittberner von Berlin aus geleitet. Der DACH-Raum sei für Udacity der fünftgrößte Wachstumsmarkt mit bereits Zehntausenden monatlich aktiven Nutzern, heißt es vom Unternehmen. Udacity stehe bereits im Austausch mit führenden deutschen Unternehmen und Branchenverbänden, darunter die Automobil-, Finanz- und ITK-Branche. In der Vorbereitung seien zudem spezielle Nanodegree-Abschlüsse in den Bereichen Datensicherheit und Virtual Reality.

Gegründet wurde das US-Unternehmen 2011 von einem Deutschen: Präsident Sebastian Thrun kommt aus Solingen und baute seit 2007 für Google das Zukunftslabor Google X auf. Seit Ende 2014 ist Thrun allerdings nur noch für sein eigenes Unternehmen zuständig.

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In demselben Markt wie Udacity positioniert sich auch CareerFoundry. Das E-Learning-Startup von Raffaela Rein konnte vor wenigen Wochen fünf Millionen Dollar einsammeln, unter anderem von Tengelmann und der IBB. Das Investment erhielt das Startup, weil es seine Kursteilnehmer in den zwölf Monaten zuvor um 1.000 Prozent gesteigert haben soll.

Bild: Udacity