ug umwandlung gmbh

5. Tipps zur Stammkapitalerhöhung

Im Fall, dass eine UG (haftungsbeschränkt) eine Investition erhält, bietet es sich an erster Stelle an, dass der Übergang in eine GmbH in Wege einer Stammkapitalerhöhung von „außen“ (Barkapitalerhöhung) durchgeführt wird. Falls die Gründer nicht über die finanziellen Mittel für die Erhöhung des Stammkapitals verfügen, kommt es in Betracht, dass der Investor den Gründern hier unter die Arme greift und ihnen die Mittel für die Erbringung des Stammkapitals erst mal zur Verfügung stellt.

Anstatt, dass der Investor zusätzliche Mittel zur Erhöhung des Stammkapitals bereitstellt, kommt als alternativer Weg in Betracht, dass die Gesellschaft nach ergangener Investition an die Gesellschaft Mittel zwecks Erhöhung des Stammkapitals auskehrt. Dieser Schritt ist buchhalterisch und steuerlich jedoch schwierig zu erfassen. Denn wenn die Gesellschaft noch keine Gewinne generiert hat, kann auch keine Gewinnausschüttung stattfinden. Falls trotzdem die Gesellschaft an die Gesellschafter ausschüttet, dürfte dies vom Finanzamt als sogenannte verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) eingestuft werden. Hierauf dürfte eifremdne Steuer in Höhe von 25 Prozent zzgl. Solidaritätszuschlag anfallen.

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Man könnte an dieser Stelle erwägen, dass die Gesellschaft den Gesellschaftern die Mittel zur Erhöhung des Stammkapitals in Form eines Darlehens zur Verfügung stellt, welches die Möglichkeit für die Gesellschafter enthält, dass diese das Darlehen an die Gesellschaft durch entsprechende Erhöhung des Stammkapitals erfüllen (zurückzahlen) können. Dieser Vorgang dürfte steuerlich neutral sein. Alternativ wäre daran zu denken, dass die Gesellschaft den Gesellschaftern die Mittel zur Barkapitalerhöhung in Wege einer Schenkung mit der Auflage, dass die so erhaltenen Mittel zur Aufstockung des Stammkapitals verwenden müssen, auszahlt.

Wie der Fiskus diese zwei Beispiele tatsächlich bewerten würde, ist jedoch bislang nicht geklärt. Mit der Möglichkeit, dass der Fiskus von einer vGA ausginge, muss gerechnet werden. Wegen der Ungewissheit, wie der Fiskus dieses Vorgehen steuerlich beurteilen würde, kann an diesen im Vorfeld mit einer sogenannte verbindlichen Auskunft (§ 89 AO) herangetreten werden.

Im Wege einer verbindlichen Auskunft erklärt die Finanzbehörde, wie sie ein geplantes Vorhaben steuerlich beurteilen würde. Der Antrag auf eine steuerliche Beurteilung ist jedoch an einen komplexen Katalog an Anforderungen geknüpft, der in der Steuer-Auskunftsverordnung festgelegt ist. Die Kosten eines Verfahrens der verbindlichen Auskunft sind verhältnismäßig gering (bei einem Gegenstandswert von 25.000 Euro würde eine Gebühr in Höhe von 371 Euro anfallen) und fallen erst ab einem Gegenstandswert von 10.000 Euro an.

Da das Verfahren einer verbindlichen Auskunft zeitaufwändig sein kann und der Ausgang der steuerlichen Beurteilung erstmal ungewiss ist, kommt der alternative Weg bei Zeitdruck nicht in Betracht.

6. Fazit: UG unterliegt dem gleichen Reglement wie die GmbH

Die UG (haftungsbeschränkt) bietet nur bei der Gründung Welpenschutz. Ansonsten unterliegt sie dem gleichen Reglement wie die GmbH. Da das schnelle Wachstum eines Startups gerade vom externen Kapital lebt, ist die UG (haftungsbeschränkt) eigentlich zu umständlich für die Bedürfnisse eines Startups. Daher sollte in der Planungsphase genau überlegt werden, ob statt einer UG (haftungsbeschränkt) nicht gleich von Beginn die Gründung einer GmbH sinnvoller ist.

In weiteren Beiträgen zum Thema folgt eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Umwandlung sowie eine Berechnung der entsprechenden Gerichts- und Notarkosten.

Bild: © panthermedia.net / Andriy Popov

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