Wie sich das neue Widerrufsrecht auf den Onlinehandel auswirkt

Am heutigen Freitag, dem 13. Juni, tritt die neue EU-Verbraucherrechte-Richtlinie in Kraft. Damit gilt ab sofort auch die Neuregelung des Widerrufsrechts im Online-Handel, wonach künftig die Verbraucher die Kosten für die Rücksendung tragen sollen. Allerdings können die Online-Händler nach wie vor frei entscheiden, ob sie die Kosten für die Retouren übernehmen oder an den Kunden übertragen. Große Unternehmen wie Amazon, Zalando oder Otto haben bereits verkündet, dass sie auch künftig kostenlose Rücksendungen anbieten werden.

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Offenbar eine gute Entscheidung, denn viele Kunden, würden häufiger offline shoppen, wenn sie die Ware nicht mehr kostenlos zurückschicken können, wie eine Umfrage von Deals.com und Günstiger.de ergeben hat: Im Rahmen der Erhebung wurden im April dieses Jahres 1.000 Verbraucher im Alter von 16 bis 70 Jahren in Deutschland befragt. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer gab an, dass Onlineshopping für sie erst durch den kostenlosen Rückversand attraktiv sei, rund drei Viertel der Befragten haben schon einmal Ware zurückgesendet, die sie online bestellt hatten.

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Knapp 90 Prozent antworteten, dass sie bewusster einkaufen würden, wenn sie die Rücksendekosten für Online-Bestellungen selbst tragen müssten. Vier von zehn Befragten würden dann häufiger offline einkaufen. Etwa 20 Prozent der Befragten Verbraucher gaben an, Artikel künftig vor einer Online-Bestellung im Laden begutachten und an- oder ausprobieren zu wollen.

Am häufigsten werden Kleidungstücke, Schuhe und Elektronik zurückgeschickt, wie die Umfrage ergab. Zwei Fünftel der Teilnehmer sagten aus, dass sie künftig bewusst bei solchen Onlineshops einkaufen würden, bei denen eine kostenlose Rücksendung möglich ist.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Keith Williamson