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Der Unister-Gründer Thomas Wagner

Die Gerüchte rund um Unister waren damals bereits an die Öffentlichkeit gelangt: Anfang 2015 hieß es, ProSiebenSat.1 habe mit seiner Tochter 7Travel Interesse an einer Übernahme der Leipziger Reiseportale. Zwei Jahre später kommen nun interessante Details ans Licht.

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Insgesamt 900 Millionen Euro soll das Medienhaus damals geboten haben, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Doch den Unister-Gründer Thomas Wagner überzeugte das Angebot nicht: Eine Milliarde müssten es schon sein, soll er gesagt haben. Es gab vor zwei Jahren noch ein weiteres Angebot: „Bertelsmann, allerdings sehr tief“, notierte Wagner damals. Das Medienhaus hatte 635 Millionen Euro geboten.

Mit der Übernahme wäre die Geschichte des Leipziger Unternehmens sicherlich anders verlaufen. Die Finanzen des Unternehmens sind seit Längerem desolat, die Schulden sollen bei 58 Millionen Euro liegen. Im Sommer war der Unister-Gründer bei einem Flugzeugabsturz mit einem Koffer voller Falschgeld ums Leben gekommen. Danach meldeten zunächst die Unister-Holding Insolvenz an. Danach rutschten zahlreiche weitere Töchter in die Zahlungsunfähigkeit – unter anderem die Betreiber der wichtigsten Portale Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de.

Schon zu der Zeit des Angebots von ProSiebenSat.1 waren die Zahlen schlechter als erwartet. Das Medienhaus schaute sich das Leipziger Unternehmen nach seinem Angebot von 900 Millionen noch einmal genauer an. Anfang Februar 2015 schickte es ein neues unverbindliches Angebot von 350 Millionen nach. Auch daraus wurde bekanntlich nichts.

Mittlerweile gibt es bei ProSieben wohl wieder ein Kaufinteresse, das Unternehmen diskutiere die Vor- und Nachteile des Kaufs, sagte der Chef des Senders, Thomas Ebeling, vor einigen Wochen bei einer Pressekonferenz. Die SZ schreibt nun unter Berufung auf Branchenkreisen, das Medienhaus sei eher an den starken Marken interessiert.

Bild: Unister