Unister Razzia Lufthansa

Atemberaubende Bewertungen

Immer umfangreichere Ermittlungen der Staatsanwaltschaft haben Unister zuletzt in keinem guten Licht erscheinen lassen. Nun ist der Jahresabschluss 2013 des Leipziger Portalbetreibers aufgetaucht – und dieser dokumentiert die hohen Verluste, die Unister mit Seiten wie Ab-in-den-Urlaub.de oder Fluege.de bei zuletzt stagnierendem Umsatz einfährt: Auf minus 26,4 Millionen Euro habe sich das Ergebnis des gewöhnlichen Geschäftsbetriebs belaufen, berichtet das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe, im Jahr davor waren es noch minus 8,8 Millionen Euro.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Heikle Fragen zum Geschäftsbericht,
Unister versucht sich zu erklären

Unter dem Strich sei der Jahresfehlbetrag von 3,9 auf 27,7 Millionen Euro angestiegen, der Bilanzverlust habe per Jahresende 2013 bei 34,1 Millionen Euro gelegen, so der Bericht. Die Umsatzerlöse lagen wie im Vorjahr bei 358 Millionen Euro – und damit merklich unterhalb des selbst gesetzten Ziels von 390 Millionen Euro.

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Unister beruft sich in einem Statement auf hohe Wachstumskosten: „Unister hat die vergangenen Jahre massiv in die Gewinnung neuer Marktanteile investiert“, heißt es darin. Außerdem sei „die Sichtbarkeit der Leistungsfähigkeit einzelner Sparten des Konzerns nicht aus den Unterlagen ablesbar“. Das Unternehmen selbst sei „mit dem Geschäftsverlauf sehr zufrieden“.

Zuletzt waren fantastische Bewertungen für das Unternehmen kursiert. Von bis zu 1,5 Milliarden Euro etwa hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Der Hintergrund: Unister versucht gerade, seine Reisesparte – die für rund 90 Prozent des Umsatzes steht – zu verkaufen.

Bild: © Elena Elisseeva / panthermedia.net