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Der angeschlagene Leipziger Portalbetreiber Unister kommt nicht zur Ruhe. Heute hat der Betreiber der wichtigsten Unister-Webseite Ab-in-den-Urlaub.de Insolvenz angemeldet. Das bestätigte der Insolvenzverwalter Lucas Flöther der dpa.

Außerdem seien die beiden kleineren Töchter Kurz Mal Weg GmbH und die RMK Billigfluege.de GmbH von einer Insolvenz betroffen. Damit stecken mittlerweile mehr als zehn Unister-Unternehmen in einem Insolvenzverfahren, allein die Holding soll fast 40 Millionen Euro Schulden haben.

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Die Insolvenz habe strategische Gründe, schreibt Spiegel Online: Die Gesellschaft solle für Investoren interessanter werden. Durch eine Insolvenz können Schulden und Rechtsstreitigkeiten abgewälzt werden, während Investoren nur die werthaltigen Assets aus dem Unternehmen herauskaufen. Die können sie dann beispielsweise in ihr eigenes oder ein ganz neues Unternehmen integrieren.

Der Insolvenzverwalter Lucas Flöther hatte zuletzt angeben, rund 20 Investoren hätten Interesse an Unister-Unternehmen bekundet. Bisher gebe es laut Spiegel Online sechs konkrete Angebote. Ein großes Problem sei allerdings Unisters Abhängigkeit vom Email-Marketing: Rund 30 Millionen Mailadressen der Kunden dürfen nur an Investoren weiterverkauft werden, wenn die Kunden zustimmen.

Laut dem Bericht stellte Unister am Montag außerdem einen Befangenheitsantrag gegen drei Richter der Strafkammer, welche die Klagen gegen Unternehmensmanager aus den Jahren 2013 und 2016 bearbeitet. Eigentlich sollte der Prozess zeitnah beginnen, nun könnte er sich weiter verzögern.

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Deutsche Justizbehörden sind völlig überlastet, Wirtschaftskriminalität wird nur schleppend verfolgt. Was das bedeutet, zeigen die Fälle von Unister oder Lovoo.

Unister-Gründer Thomas Wagner war im Juli bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen, danach rutschten zahlreiche Firmen seines Imperiums in die Zahlungsunfähigkeit. Wagner wurde zuvor bei einem Kreditgeschäft betrogen, Unister soll bereits lange Geldprobleme gehabt haben.

Bild: Unister