Businesswomen talking in office

Jeder dritte selbständige Person ist eine Frau – aber in der Berichterstattung deutscher Medien ist das noch nicht angekommen. „Die schlanke Frau mit den kurzen Strubbelhaaren“ oder „die attraktive 43-Jährige“ – wenn Zeitungen hierzulande über Unternehmerinnen berichten, dann auch oft über ihr Aussehen. Zu dem Schluss kommt eine Studie des Instituts für Mittelstandsforschung. Darin wurde untersucht, wie sich die Berichterstattung über Unternehmerinnen und Gründerinnen in den vergangenen Jahren veränderte.

So habe etwa die Nutzung von Klischees über die Jahre zwar abgenommen, gänzlich verschwunden sei sie aber nicht: Während eine Zeitung 2004 von der „Unternehmerin zwischen Kunst und Küche“ schreibt, ist 2011 von der „Karriere-Mutter“ die Rede.

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Zwischen 2004 und 2013 wurden in sechs überregionalen deutschen Zeitungen etwa 4.500 Berichte über Gründerinnen und Unternehmerinnen veröffentlicht. 2013 waren es knapp 1.200 Artikel, 1995 waren es nur 320. Der Grund für den Anstieg sei unter anderem ein stärkerer Fokus auf Unternehmerinnen in der Politik. Aber auch wenn die Berichterstattung in den vergangenen Jahren zugenommen hat, dominieren weiterhin Berichte über Unternehmer die Presse: pro Artikel über Unternehmerinnen gebe es etwa 17 über Unternehmer.

„Ermutigend ist, dass die Anzahl der Berichte über die vielfältigen Aktivitäten von Gründerinnen und Unternehmerinnen kontinuierlich steigt“, sagt Friederike Welter, die Präsidentin des Instituts. „Wenn Unternehmerinnen nun selbst noch bewusster Medienarbeit betreiben, wirkt sich dies nicht nur auf die zahlenmäßige Präsenz in den Medien aus – sie präsentieren sich auch als Vorbilder, an denen sich potenzielle Gründerinnen orientieren können.“

Besonders wenig Gründerinnen scheint es übrigens in der Startup-Szene zu geben. Dem Deutschen Startup Monitor zufolge lag der Gründerinnen-Anteil 2015 bei nur 13 Prozent, 2014 waren es zehn.

Die Studie untersuchte die Artikel von sechs Zeitungen in Deutschland: Berliner Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Neues Deutschland, Süddeutsche Zeitung, taz und die Welt.

Bild: Gettyimages/Tom Merton; Hinweis: Axel Springer ist Gesellschafter der Vertical Media GmbH, dem Medienhaus von Gründerszene. Weitere Informationen zur Vertical Media GmbH gibt es hier: www.vmpublishing.com.