Die Gründer des Urban Sports Club: Moritz Kreppel und Benjamin Roth

Mit einer Flatrate in ganz Berlin Sport machen

Beim Urban Sports Club können Mitglieder für eine monatliche Flatrate diverse Sportarten bei mehr als 50 Anbietern und Studios in der ganzen Hauptstadt betreiben. Das Startup wurde Ende 2012 von den beiden Ex-Beratern Moritz Kreppel und Benjamin Roth in Berlin gegründet und ging im Frühjahr 2013 live. Im Gründerszene-Interview verrät Kreppel, wie das Unternehmen die Konkurrenz dazu bewegt, Teil des Angebots vom Urban Sports Club zu werden und ob das Konzept bald auch in anderen Städten realisiert wird.

Wie funktioniert der Urban Sports Club?

Wir bieten eine monatlich kündbare Flatrate für Sportanbieter in der ganzen Stadt. Das heißt, du kannst als Mitglied beim Urban Sports Club bei derzeit über 50 Sportanbietern so viel Sport machen, wie du willst. Dabei kannst du momentan zwischen mehr als 15 verschiedenen Sportarten wählen, zum Beispiel Fitness, Klettern, Yoga, Zumba oder Teamsportarten wie Fußball, Beach-Volleyball und Basketball. Es gibt außerdem spezielle Angebote für Firmen, die den Sport ihrer Mitarbeiter fördern möchten. Wir sind also ein bisschen wie Delivery Hero – nur eben für Sport und nicht für Pizzabuden. Wir aggregieren viele Anbieter, bieten das Ganze dann aber als Abo-Modell, bei dem du monatlich alles inklusive hast.

Du und dein Mitgründer Benjamin Roth, ihr habt vorher als Berater gearbeitet. Wie habt ihr euch gefunden und wie seid ihr auf die Idee zum Urban Sports Club gekommen?

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Wir kennen uns privat schon eine Ewigkeit und hatten den Plan einer gemeinsamen Gründung. Ein wichtiger Faktor war ein Fußball-Startup, das Benjamin schon neben dem Beraterjob aufgebaut hatte. Sport ist etwas, das uns beiden sehr am Herzen liegt. Dabei hat uns beide immer sehr, sehr gestört, dass man bei vielen Fitnessstudios aus diesen Knebelverträgen nicht mehr herauskommt. Da haben wir einen großen Markt gesehen, Kunden online einen Mehrwert zu bieten. Wir wollten anbieten, dass man von Fitness zu Fußball ohne Knebelverträge verschiedene Sportarten machen kann.

Außerdem ausschlaggebend für unser Konzept war auch der Umgang mit Sport bei unseren vorherigen Arbeitgebern. Bei der Ausrichtung von Mannschaftssport gab es immer organisatorische Barrieren, die den Spaß am Sport ausbremsten. Gleichzeitig wurden – wenn überhaupt – nur bestimmte Sportangebote gefördert. Die haben dann aber oft nur dem Geschmack und den Bedürfnissen einzelner Leute entsprochen. Wir waren uns sicher, dass das auch anders zu lösen sein muss.

Habt ihr denn vor, euer Angebot noch zu erweitern?

Auf jeden Fall! Einerseits erweitern wir kontinuierlich unser Studio-Angebot, denn normalerweise machst du ja Sport in der Nähe vom Büro, in der Nähe von zu Hause oder irgendwo auf dem Weg dazwischen. Du hast ja weniger Lust, noch irgendwo anders hinzufahren. Also nehmen wir konstant neue Anbieter auf, um genau das größtmöglich abzudecken. Bei Sportarten wollen wir auch weiter wachsen, wir sind gerade zum Beispiel dabei, einen Anbieter fürs Kanufahren zu akquirieren. Vor allem wollen wir aber die großen Sportarten abdecken.

Die Studios und Sportanbieter sind doch eigentlich eure härteste Konkurrenz. Wie bekommt ihr die dazu, dass sie mit euch kooperieren und Teil eures Angebots werden wollen?

Gerade bei Fitnesstudios ist die klassische Thematik die Auslastung. Du hast als Fitnesstudiobetreiber hohe Fixkosten durch Miete, Anschaffung und Wartung der Geräte und so weiter. Also hast du immer ein Interesse daran, dass mehr Mitglieder kommen. Da helfen wir – wir bringen neue Mitglieder. Außerdem bringt eine solche Kooperation auch positive Marketingeffekte für die Anbieter mit sich.

Und wie genau funktioniert euer Geschäftsmodell dann, zahlt ihr Provisionen an die Anbieter?

Genau, wir haben mit den Anbietern einzelne Verträge ausgearbeitet. Dahinter steckt ein recht komplexes Modell, das auf der Nutzungsrate und dem jeweiligen Angebot, also der Sportart und beispielsweise dem Anbieter-Ambiente, basiert.

Welche Mitglieder sprecht ihr mit eurem Konzept an?

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Unsere Mitglieder sind typischerweise zwischen 25 und 45 Jahre alt, recht international – und zu einem hohen Anteil Mitarbeiter bei Startups. Wir haben ungefähr 50 Prozent Endkunden und 50 Prozent Firmenkunden, also Leute, die von ihren Firmen unterstützt werden, Sport zu machen. Allgemein richten wir uns aber natürlich an alle, die gerne Sport machen wollen.

Wie sehen eure Mitgliedszahlen aus und wie hoch ist die Absprungrate? Immerhin kann man beim Urban Sports Club monatlich kündigen.

Wir haben Mitglieder im niedrigen vierstelligen Bereich. Die Absprungraten sind dabei recht gering, meist kündigen Leute, weil sie aus Berlin wegziehen. Ich denke, das liegt daran, weil unsere Mitglieder eben motiviert sind, Sport zu machen.

Wie akquiriert ihr neue Mitglieder?

Zuerst lag unser Fokus auf Startups, die den Sport ihrer Mitarbeiter fördern wollen. Inzwischen gehen wir aber auch mehr und mehr auf etabliertere Unternehmen zu. Außerdem organisieren wir Turniere und Freizeit-Ligen, wie zum Beispiel die Startup Liga. Die meisten Mitglieder gewinnen wir aber tatsächlich über Mund-zu-Mund-Propaganda.

In Berlin gibt es ja Sportanbieter wie Sand am Meer. Kannst du dir vorstellen, dass man auch in anderen Städten einen Urban Sports Club etablieren könnte?

Definitiv. Das Konzept ist ideal für größere Städte in Deutschland – und natürlich auch in Europa. Der Plan ist, noch in diesem Jahr zu expandieren.

Wenn du das, was du gerade beim Urban Sports Club machst mit deiner vorherigen Position als Berater vergleichst – was sind die Vor- und Nachteile der beiden Jobs?

Ganz einfach: Im Consulting berätst du, im Startup machst du. Das ist natürlich ein riesiger Unterschied. Ich würde nicht wieder tauschen wollen – was ich jetzt mache, ist der Wahnsinn. Ein Unternehmen aufzubauen und es genau so zu gestalten, wie Benjamin und ich das für richtig halten, ist für mich der ultimative Job. Ich bin damit beruflich so glücklich wie noch nie.

Bild: Urban Sports Club