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Nextdoor, das Startup von Gründerin Sarah Leary, startet jetzt auch hierzulande

Der Markt für hyperlokale soziale Plattformen wird immer umkämpfter. Jetzt drängt ein weiterer Spieler auf den deutschen Markt: Nextdoor, ein Startup aus San Francisco, das am Dienstag auch hierzulande startet. Bisher war das Unternehmen seit Februar im Beta-Modus in 200 Nachbarschaften einiger deutscher Städten unterwegs, wie Düsseldorf, Hamburg oder Berlin, sagt Gründerin Sarah Leary.

Über das private Netzwerk können die Nutzer per Desktop oder App Informationen austauschen, nach verlorenen Tieren suchen oder auffällige Aktivitäten in der Nachbarschaft melden. Geld gab es bisher von den selben Silicon-Valley-VCs, die schon in Facebook, LinkedIn oder Snap investierten. Bisher konnte die vor sieben Jahren gestartete Firma so 210 Millionen Dollar einsammeln. Bei der letzten Finanzierungsrunde im Jahr 2015 lag die Bewertung bei 1,1 Milliarden Dollar.

Video: Was hat Nextdoor in Deutschland vor?

Aber das US-Startup ist in Deutschland nicht allein. Hier gibt es bereits Nachbarschaft.net, Lokalportal oder Nebenan.de, ein Startup, das 2015 von Christian Vollmann gegründet wurde. Sein Unternehmen bietet einen ähnlichen Service und wurde unter anderem von Lakestar, dem Münchner Verlag Burda und mehreren Business Angels finanziert.

Kürzlich übernahm das Startup von Vollmann ein anderes Portal, WirNachbarn, um die Position als „klarer Marktführer“ zu stärken, so Vollmann gegenüber Gründerszenes Schwestermagazin Heureka. Nebenan.de ist in 3.200 deutschen Nachbarschaften aktiv und verweist auf mehr als eine halbe Million aktive Nutzer, so der CEO.

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„Wir glauben nicht, dass sich dadurch viel ändern wird“, kommentiert Vollmann den Markteintritt von Nextdoor. Laut ihm sei das Angebot von Nextdoor nicht auf die Bedürfnisse deutscher Nutzer zugeschnitten, im Bezug auf Privatsphäre und Datenschutz. Nextdoor wird von Irland aus betrieben und unterliegt damit anderen Datenschutzbestimmungen. Dennoch unterliegen beide den Bestimmung der EU. 

Zudem will sich Nebenan.de eher auf soziale Themen fokussieren, während Nextdoor mehr auf Sicherheit setze, etwa mit Themen wie einer Bürgerwehr, sagt Vollmann. Das sei in Deutschland nicht relevant. Das sieht Nextdoor-Chefin Leary anders. Ihr Netzwerk werde vorrangig für Kleinanzeigen und Empfehlungen genutzt, sagt sie. Vom Thema Sicherheit würden nur zehn Prozent der Beiträge in ihrem Netzwerk handeln.

Bisher ist die Plattform von Nextdoor in Deutschland übrigens kostenlos nutzbar – und noch werbefrei. „Wenn die Zeit reif ist, werden wir uns um die Monetarisierung kümmern“, so Leary. Das könnte etwa durch Werbung oder Sponsored Posts geschehen. Bis 2020 will das Startup weltweit eine Milliarde Dollar umsetzen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Heureka, dem Schwestermagazin von Gründerszene. Aus dem Englischen übersetzt von Georg Räth.

Bild: Nextdoor