UVE art collection Morten Greta_Credits Simon Skipper Startup Guide

Die beiden UVE-Macher Greta Seeger und Morten Lund (von links)

Warum sollten nur reiche Menschen Kunst in den eigenen vier Wänden genießen können? Diese Frage stellte sich Gründerin Greta Seeger vor einigen Monaten. Die Beraterin fand, dass auch junge Menschen – mit weniger Geld – ihr Zuhause mit kreativen Werken bereichern sollten. Ihre Antwort: UVE Art Collection, eine Plattform, auf der sich Nutzer Kunst auf Zeit leihen können.

„Wir schaffen eine Plattform, die zwischen Kunstliebhabern und den Künstlern steht“, sagt sie. „Hier finden Leute, die Kunstliebhaber sind, aber nicht das Kapital für den Kauf haben, Kunstwerke auf Zeit.“

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Auf der Internetseite des Startups finden Kunden ab Freitag Kunstwerke wie Bilder, die sie gegen eine monatliche Gebühr ausleihen können. Wie hoch diese sein kann, möchte die Gründerin noch nicht kommunizieren, es gebe jedoch unterschiedliche Preise für Endkunden sowie Unternehmenskunden. Mindestens sechs Monate müssen Nutzer die Stücke jeweils ausleihen. Zudem will Seeger regelmäßig Ausstellungen organisieren, wo potentielle Kunden die Kunst analog betrachten können.

Oft werden Ausstellungen von Kuratoren aus Kunst zusammengestellt, die von Künstlern unabhängig entworfen wurde. Bei den UVE-Ausstellungen denkt sich der Kurator jedoch ein Thema aus und akquiriert Künstler, die extra dafür neue Stücke produzieren. So würden am Freitag im Berliner Funkhaus 20 Stücke von 20 Künstlern ausgestellt, die neu angefertigt wurden, erzählt Seeger. Dabei werde temporäre Kunst gezeigt, etwa von der Berliner Künstlerin Sarah Schönfeld oder der Schweizerin Vanessa Safavi. Seeger sagt: „In der Kunstwelt werden Stücke von Sammlern erworben und oft von der Aussenwelt ausgeschlossen. Wir wollen Kunst für jeden zugänglich machen.“

UVE art collection Team Funkhaus_credits Hester Haars

Ein Teil des Teams im Berliner Funkhaus

Gegründet mit Skype-Investor Morten Lund

Hinter dem Startup steht neben Seeger, die zuvor im Bereich Design Thinking tätig war, der dänische Investor Morten Lund, der das Startup nach Angaben der Gründerin gemeinsam mit ihr gründete. Die Baden-Württembergerin traf Lund, der vor allem für sein frühes Investment in Skype bekannt ist, auf einer Konferenz in Dubai, erzählt sie. Man habe den Kontakt aufrecht erhalten – und im November 2016 gemeinsam die Idee des Kunst-Sharings umgesetzt. Die Gesellschaft sei in Dänemark registriert, zu der Aufteilung der Anteile möchte sich Seeger nicht äußern. Zum Start habe das junge Unternehmen zudem eine Finanzierungsrunde von Business Angels eingesammelt, die Seeger nicht weiter beziffern möchte.

Die Idee, Kunst zu vermieten, ist nicht neu und das Berliner Projekt hat viele Wettbewerber. Es gibt einige lokale Anbieter, die Werke auf Zeit anbieten, wie etwa Weartberlin. Und auch internationale Plattformen wie RiseArt oder Turning Art sind schon einige Zeit am Markt aktiv.

In Berlin gab vor einigen Jahren das Team-Europe-Startup „A Space for Art“ nach nur kurzer Zeit wieder auf. Seeger glaubt, durch einen etwas anderen Ansatz werde sich ihr Startup durchsetzen und von der Konkurrenz abgrenzen. „Natürlich gibt es das Vermieten von Kunstwerken schon länger. Worin wir uns unterscheiden, ist die Rolle des Kurators und die Qualität der Kunst und deren Inhalt“, sagt sie. „Wir arbeiten zum Beispiel mit Konzeptkünstlern, bei denen das Werk auf einer Idee oder einem Prozess basiert und nicht ein bloßes ästhetisches Objekt ist.“ Und sie schießt nach: „Bei uns bekommt man ein Statement und nicht nur was übers Sofa!“

Investorenlegende Morten Lund: „Irgendwann müssen die Gründer raus aus ihrem Startup“

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Bild:  Simon Skipper; Facebook-Bild: Anthony Harvey/Getty