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Die Einhorn-Träume sind zerplatzt – ein Plakat im Berliner Büro

Es ist die magische Grenze von einer Milliarde Unternehmenswert, bei der sich Startups gerne selbst als Einhorn feiern. Doch hoch ist dann auch die Aufmerksamkeit, wenn ein solches Unternehmen scheitert. So ist es gerade bei dem britischen Ve Interactive geschehen. Das 2009 gegründete Unternehmen verkauft Tools für Webshops, um zu verhindern, dass Kunden vorzeitig den Kauf abbrechen. Im Frühjahr 2016 bewerteten die Investoren das Unternehmen noch mit 1,5 Milliarden Pfund.

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In den vergangenen Monaten geriet es dann allerdings in eine Krise. Die Umsätze seien sehr viel langsamer gewachsen als erwartet, berichtet der britische Telegraph. Im März erhielt das Unternehmen noch einmal Geld – und musste bereits eine massive Abwertung hinnehmen. Trotzdem reichte es nicht, das Insolvenzverfahren kam kurze Zeit später. Wie nun bekannt wurde, kaufte das Management die Firma für zwei Millionen Pfund – ein tiefer Fall für das einst gefeierte Unicorn. Mit dem Schritt versuchen die neuen Eigentümer, die 250 Arbeitsplätze zu erhalten.

Für die Mitarbeiter in Berlin bleiben

Auch in Berlin besitzen die Briten einen Ableger. Dieser sei allerdings von der Insolvenz und den Turbulenzen des Mutter-Unternehmens nicht tangiert, heißt es von einem Sprecher auf Gründerszene-Nachfrage. „Die Ve Interactive DACH GmbH mit Sitz in Berlin war zu keinem Zeitpunkt von dem [Insolvenz-] Verfahren betroffen“, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.

Für Kunden und die 45 Mitarbeiter im Berliner Büro werde sich nichts ändern, versichert der Sprecher weiter. Otto und Airberlin zählen hierzulande zum Kundenstamm. 

Ein Einhorn aus UK und sein Luxus-Altbau-Office in Berlin

Ve Interactive verkauft Tools für Webshops, um zu verhindern, dass Kunden vorzeitig den Kauf abbrechen. Das Startup aus UK sitzt auch in Berlin. Wir waren vor Ort.

Bild: Georg Räth/Gründerszene