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Die Vehiculum-Gründer Guy Moller, Melchior Bauer und Lukas Steinhilber (v.l.)

Bei Mobility-Startups dreht sich derzeit alles um autonomes Fahren und neue Antriebe. Doch der größte Wandel vollzieht sich im Verborgenen: im Vertrieb. Davon ist zumindest Lukas Steinhilber überzeugt, wie er schon auf dem NGIN Mobility-Dinner im Frühjahr erklärte.

Jetzt gibt Vehiculum seine erste Seedfinanzierung bekannt: Zwei Millionen Euro konnte das Startup nach eigenen Angaben einsammeln. Beteiligt haben sich unter anderem der Venture Capital Fonds Coparion, die Versicherungsgruppe SchneiderGolling sowie Szenekopf Oskar Hartmann. Letzterer gilt als einer der bekanntesten Seriengründer Russlands.

In einer früheren Runde hatten bereits Business Angels einen sechsstelligen Betrag in das Startup investiert, darunter Michael Kern, ehemaliger Marketing-Vorstand von VW und CEO von Polo Motorrad.

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Gegründet wurde Vehiculum bereits im Jahr 2015. Nach einer einjährigen Testphase ist die Plattform Anfang dieses Jahres online gegangen. Vehiculum bietet Kunden einen Preisvergleich zwischen mehreren hundert Leasinganbietern. Sie können damit im Schnitt bis zu 4.000 Euro sparen, wirbt das Startup. Zunächst richtet sich das Startup an Geschäftskunden, später soll der private Markt hinzukommen. 

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Leasing funktioniert ähnlich wie ein Mietvertrag. Statt ein Auto zu kaufen, kann ein Käufer das Fahrzeug über eine zuvor festgelegte Laufzeit gegen eine monatliche Gebühr mieten. Beim Leasing besteht ein Vertrag zwischen drei Parteien: dem Autohändler, der Bank und dem Kunden.

Gestartet als reine Vermittlungsplattform will Vehiculum zu einer Art Amazon für den Leasing-Markt werden, wie Gründer und CEO Steinhilber gegenüber NGIN Mobility erklärt. Die Vision: Irgendwann soll der Kunde mit wenigen Klicks seinen Leasingvertrag über die Website abschließen können und das Auto direkt vor die Haustür geliefert bekommen. Durch die Beteiligung der SchneiderGolling-Gruppe sei ab sofort schon eine Vollkasko-Versicherung für das geleaste Auto über die Plattform buchbar.

Mit dem frischen Geld soll die Entwicklung „zum ersten hersteller- und bankenunabhängigen Online-Shop für Fahrzeugleasing” weiter vorangetrieben werden, heißt es. Die Mitarbeiterzahl soll dafür von derzeit 20 auf mehr als 50 aufgestockt werden.

Für das nächste Jahr haben die Mobility-Gründer große Pläne: Bis Ende 2018 wollen sie Leasingverträge im Wert von mehr als 500 Millionen Euro abwickeln.

Bild: Vehiculum