Fahrräder_Veloyo

Veloyo – Vor-Ort-Reparatur für Drahtesel

Der Reifen ist platt, auf dem Weg zur Arbeit hat sich eine Glasscherbe hineingebohrt. Doch ein Fahrradladen ist weit und breit nicht in Sicht. Das Angebot des Hamburger Startups Veloyo könnte gekenterte Fahrradfahrer aus einer misslichen Lage wie dieser befreien. Die Reparatur-App für streikende Drahtesel soll im kommenden Frühjahr in Hamburg und Berlin starten.

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Deren Funktionsweise: Per Smartphone schildert der Fahrradfahrer das Problem und hängt einige Fotos an, die den Schaden verbildlichen. Sein angeschlossenes Rad kann der Besitzer einfach stehenlassen. Dem kaputten Reifen nimmt sich daraufhin ein Techniker aus der näheren Umgebung an, der mit den passenden Ersatzteilen direkt zum Ort des Geschehens kommt. Dank den Bildern weiß er, um welches Fahrrad es geht.

Über die Chatfunktion kann der Mechaniker seinen Kunden dann auf dem Laufenden halten und ihm am Ende ein Foto des auf Vordermann gebrachten Fahrrads zurückschicken. Die offene Rechnung wird ebenfalls per App beglichen.

Seinen Wirkungskreis legt der Techniker im Voraus fest. Die Aufträge will Veloyo liefern – und den Fachleuten auch bei Abrechnung und Buchhaltung unter die Arme greifen. Daneben verspricht das Unternehmen, mit dem Vor-Ort-Service Kunden zu erreichen, die normalerweise nicht in eine Werkstatt gekommen wären.

Zusätzlich soll in den kommenden Wochen die VeloyoID-App an den Start gehen, eine „Crowdsourcing-Plattform für Urban Mobility mit dem Fahrrad“, wie Veloyo-Gründer Sebastian Kellner sagt. Dort sollen Nutzer zum Beispiel gestohlene Fahrräder einstellen können. Das Ziel: „Wir wollen nicht nur den Service-, sondern den gesamten Fahrradbereich in Städten intelligenter machen“, so Kellner.

Greenway – Batteriewechsel an der Autobahn

Das slowakische Startup Greenway vermietet Dienstwagen an Paketzusteller und Lieferdienste. Ungewöhnlich klingt das erst mal nicht. Doch die weiß-grünen Fahrzeuge des Unternehmens mit Sitz in Bratislava fahren nicht mit Benzin oder Diesel, sondern mit Strom.

Weil im Tagesgeschäft von Zustellern keine Zeit für ausgedehnte Ladevorgänge bleibt, werden leere Batterien komplett ausgetauscht. Dieser Wechsel findet an speziell eingerichteten Stationen statt, die von den Kunden bei Bedarf angefahren werden können. In nur sieben Minuten, heißt es von Greenway, sei die Batterie erneuert und der Wagen wieder einsatzbereit. Auch an herkömmlichen Steckdosen ließen sich die Batterien laden – mit entsprechend längerer Wartezeit. Die Reichweite eines so geladenen E-Autos belaufe sich auf 200 Kilometer.

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Wesentliche Daten zur Route, dem Batteriestatus und den Ladeprozessen übermittelt das Auto über eine damit verbundene Smartphone-Anwendung im Sekundentakt an die Greenway-Zentrale. Sie warnt den Fahrer zum Beispiel, wenn die Batterie vor einer längeren Tour unvollständig geladen ist. In Zukunft könnte auch die Auslastung von Ladestationen mithilfe der Routen- und Batteriedaten optimiert werden.

Auf Videos des Anbieters wird deutlich, wie sperrig die Batterien sind: Für den Wechsel werden Gabelstapler benötigt. Greenway aber beteuert, dass der Stromspeicher lediglich zehn Prozent des Laderaums in Beschlag nehme.

Bislang gibt es mehrere Boxengassen in der Region um Bratislava an der österreichischen Grenze. In der Nord- und Ostslowakei sowie in Wien seien Weitere geplant, wie das Unternehmen mitteilt. Auch den Vertrieb anderer Fahrzeugtypen peilt Greenway an. Der Prototyp eines Autobusses mit wechselbaren Batterien wolle man demnächst vorstellen.

Greenway

Übrigens: Beide Startups präsentieren sich im Rahmen des Connected-Mobility-Programms der Hy! am kommenden Dienstag (9. September) auf der IFA. 

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