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Venturate startet als Matchmaking-Plattform

„Wir haben die Probleme alle schon einmal durchgemacht, als Gründer und als Investoren“, sagt Andreas Hörr. Er gründete 2006 das Vergleichsportal Medikompass. Das Problem: Gründer suchen Kapital und finden keinen oder nicht den richtigen Geldgeber. Investoren suchen Anlagemöglichkeiten und finden nicht immer die Startups, die zu ihnen passen.

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In den USA versucht seit 2010 das Portal AngelList, das Matchmaking zwischen Investoren und Gründern zu verbessern. Seit einigen Monaten gibt es in Europa den auf VCs spezialisierten Anbieter Dealroom.

In Deutschland geht heute Venturate (www.venturate.com) an den Start. Hinter dem Marktplatz stehen neben Hörr der Medikompass-Mitgründer Claudius Schikora, dazu Mydays-Gründer Alexander Lasslop, Business Angel René Seifert sowie Amiando-Gründer Felix Haas, der gemeinsam mit SevenVentures-Geschäftsführer Arnd Benninghoff im Aufsichtsrat sitzt.

Venturate will dabei auf die spezifischen Bedürfnisse verschiedener Investorengruppen eingehen: Für Business Angels, Unternehmen aus dem Mittelstand und Corporates soll der Zugang zu Gründern erleichert werden. Und für VCs, die mit Businessplänen überschüttet werden, soll eine qualitative Vorauswahl getroffen werden. Das soll über eine intelligente Kategorisierung und eine Qualitätsprüfung aller Mitglieder gelingen. Und über ein Feature, das die Venturate-Macher das „Herzstück des Dienstes“ nennen: der Expertenzirkel.

Für Startups kostenlos, Investoren sollen zahlen

In dem Zirkel hat Venturate startupaffine Fachleute versammelt. Startups können – für eine Gebühr von 299 Euro – von einem Experten aus ihrer Branche eine Einschätzung anfordern. Auf Grundlage des Businessplans wird dann eine Bewertung erstellt: Wie gut sind Produkt und Team, wie steht es um den anvisierten Markt? Das Startup kann wählen, ob es den Report auf der Plattform veröffentlichen will. Schließlich würden „sicher 60, 70 Prozent der Bewertungen nicht den Erwartungen der Gründer entsprechen“, glaubt Andreas Hörr. Die Alternative: Die Anregungen aufnehmen und noch einmal umbauen.

Ein weiterer Schwerpunkt von Venturate: Wer Wert auf Verschwiegenheit legt, kann auf der Plattform vieles geheim halten. Ein Unterschied zum US-Konkurrenten: „AngelList ist sehr transparent, jeder sagt dort, was seine Idee ist oder wie viel er investiert“, so Hörr. Bei Venturate können zum Beispiel die Namen der Gründer im ersten Schritt verschwiegen werden. Erst wenn beide Seiten mit der Kontaktaufnahme einverstand sind, müssen die Hosen heruntergelassen werden.

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Venturate zieht sich dann allerdings aus dem Prozess zurück, bewusst beschränkt die Plattform ihre Rolle und verzichtet beispielsweise auch auf erfolgsabhängige Provisionen, um neutral zu bleiben. Damit wollen sich die Venturate-Macher auch vom dritten Wettbewerber, ExchangeBA, absetzen. Dort werden Investoren und Gründer durch den gesamten Beteiligungsprozess begleitet.

Ein weiterer Unterschied zu ExchangeBA: Das Venturate-Listing soll für Startups kostenlos bleiben. Für Investoren soll es allerdings mittelfristig eine Mitgliedsgebühr geben.

Bild: PantherMedia, Anton Korduan