Diese Juniwoche wird nicht nur eine Woche der WM, sondern auch eines des StartUp-Netzwerkens. Mit Microsoft wagt sich eines der Dickschiffe unter den Software-Unternehmen zusehends intensiver an die deutsche Internet- und Entwicklerszene heran. Mit dem Label BizSpark entstand vor zwei Jahren ein Label für das unkomplizierte Netzwerken von Kreativen und Produktiven aus der Szene, die nun auch zusehends in Event-Form gegossen wird.

In München, Berlin und Köln finden dieser Tage die Microsoft BizSpark Camps statt, die darauf abzielen, junge StartUps aus dem Tech- und Internetfeld mit dem Software-Riesen aus den USA zusammenzubringen. Doch es soll keine kommunikative Einbahnstraße werden, sondern es soll gegenseitig voneinander gelernt werden. Es geht um den entspannten Austausch von Erfahrungen und ein gegenseitiges Kennenlernen – und die Veranstaltung ist gänzlich kostenlos. Wie die Microsoft BizSpark Camps im Detail ablaufen werden, verrät StartUp-Verantwortlicher Stephan Jacquemot im Gespräch mit Gründerszene.

Stephan Jacquemot verrät worum es bei den Microsoft BizSpark Camps geht

Stephan, bevor es ans Eingemachte geht, stell Dich doch erstmal vor: Wer bist Du, was machst Du?

Sehr gerne! Mein Name ist Stephan Jacquemot und ich bin seit Februar 2010 bei der Microsoft Deutschland GmbH für alles, was die Unterstützung von StartUps angeht, verantwortlich. Dies beinhaltet sowohl das Breitenförderprogramm BizSpark als auch unsere Tiefenförderung durch „unternimm was“. Im StartUp-Geschäft bin ich schon länger aktiv. Stationen meiner bisherigen Laufbahn waren Projektleiter beim Businessplan Wettbewerb NUK und Verantwortlicher für das Innovationsmanagement und Technologiemarketing beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen. Erst vor kurzem bin ich wieder zurück aus dem Mittleren Osten, wo ich mich einer Beratungs- und Investmentgesellschaft im Venture-Capital-Umfeld im Königreich Bahrain angeschlossen hatte.

Was zeichnet das Microsoft BizSpark Camp aus? Was ist sein USP? Beschreib doch eben in kurzen Worten, was junge Gründer vom Microsoft BizSpark Camp erwarten dürfen.

Die BizSpark Camps sind Teil unseres Förderprogramms BizSpark. Bei BizSpark sind heute fast 800 IT-StartUps registriert, die auf Basis von Microsoft Technologien, Produkte und Dienstleistungen entwickeln. Mit den Camps verfolgen wir zum einen das Ziel, mit den im Programm befindlichen StartUps in den Dialog zu treten. Wir würden gerne mehr über die Ideen und Bedürfnisse dieser StartUps erfahren. Aber natürlich wollen wir auch zum anderen unser Wissen und das Wissen unserer Netzwerkpartner um zukünftige Technologietrends mit den Unternehmen teilen. IT-StartUps gehören zu den größten Innovationstreibern in unserem Land. Viele, sehr clevere Leute arbeiten dort, die in Zukunft führende Rollen in unserer Gesellschaft haben werden. Die Camps sollen daher auch dabei helfen, ein Netzwerk von kreativen Köpfen aus der StartUp-, Berater- und VC-Branche aufzubauen. Aber natürlich sind die Camps auch offen für Unternehmen, mit denen wir von Microsoft noch keinen Kontakt hatten. Wir lernen immer gerne neue Leute kennen

Wie kam es zur Entstehung dieses Events?

Das BizSpark Programm wurde vor fast zwei Jahren in Deutschland eingeführt. Die Resonanz ist sehr gut! Wir sind sehr erfreut darüber, wie viele Unternehmen die Vorteile des Programms nutzen. Wir fanden daher, dass es jetzt an der Zeit ist, intensiver mit den Unternehmen ins Gespräch zu kommen. BizSpark Camps sollen Kommunikationsplattformen sein, wo sich StartUps, Netzwerkpartner, Kapitalgeber und Microsoft-Techies in lockerer Atmosphäre über Trends austauschen und gemeinsame Projekte planen können. Durch unsere Intensive Förderung im Rahmen von „unternimm was“ – was wir jetzt schon zirka fünf Jahre machen – haben wir gelernt, wie viel man gegenseitig von den gemachten Erfahrungen lernen kann. Daher ist uns bei den Camps gerade der ungezwungene Austausch sehr wichtig – nicht zu übersehen durch den konstante Hinweis, dass wir bitte keine Krawatten an den Abenden sehen wollen…

Wie steht Microsoft denn insgesamt zur deutschen Gründerszene?

Nun ja, ich würde es mal mit „sehr neugierig“ umschreiben. Microsoft kann nur in Volkswirtschaften erfolgreich sein, die stark Software-getriebenen sind. Innovationen, neue Idee, Kreativität sind das Fundament, das wir brauchen, um als Software-Unternehmen erfolgreich zu sein. StartUps als Wegbereiter für neue Trends sind da die treibende Kraft in dem System. Wir wollen frühzeitig hören, welche Gedanken sich die kreativen Köpfe in diesem Land so machen. Und ich muss sagen, dass ich begeistert bin von der innovativen Kraft, die wir in der Szene sehen. Die Szene ist viel reifer und mehr von Inhalten getrieben als sie es im Vergleich zu Ende der 1990er Jahre und Anfang 2000 noch war.

Was hältst Du denn für die momentanen Boomthemen der deutschen Web-Branche und welche wird man davon auf eurem Event vertreten sehen?

Also hier sehe ich ganz klar das weite Feld der mobilen Applikationen, das Thema Cloud-Computing und den Bereich (Social-)Gaming. Zu den ersten beiden Themen werden wir von Microsoft von der Bühne auf den BizSpark Camps etwas sagen. Die Vorträge der Netzwerkpartner werden dann auch die anderen Trends beleuchten und aufzeigen, welche Konzepte ihrer Meinung nach erfolgreich sein werden. Das ist das Schöne an den Camps: Experten teilen mit dem Publikum ihre Meinung und Ansichten zu gewissen Trends und stellen sich danach der kritischen Diskussion. Ich hoffe daher sehr, dass wir viele Teilnehmer mit guten Ideen und eigenen Meinungen an dem Abend sehen werden, die Lust auf gute Gespräche haben – vor der Leinwand, beim gemeinsamen Fußball schauen… Die WM ist zurzeit ja das Boomthema!

Stephan, vielen Dank für dieses Gespräch.