Dash-von-Amazon

Irgendein Haar in der Suppe finden die Verbraucherschützer bei jedem neuen Produkt. Wenn dann noch der Name eines bösen US-amerikanischen Konzerns darauf steht, ist die Story perfekt.

Eine nächste Attacke in diesem stoischen Kampf hat nun Amazons Dash-Button getroffen. Dieser Knopf lässt sich in die Wohnung kleben und wer auf ihn drückt, bekommt ein bestimmtes Produkt zugeschickt. So lassen sich beispielsweise Waschmittel, Kondome oder Klopapier bestellen. Die Knöpfe sind den Produkten zugeordnet, der Markenname ist dann auf den Knopf gedruckt – zum Beispiel „Ariel“ für Waschmittel.

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Schon kurz nach dem Start in Deutschland holten die Verbraucherschütze die Kritik-Keule heraus – öffentlichkeitswirksam, versteht sich. Der Kauf via Knopf sei intransparent und der Verbraucher könne kein Konkurrenz-Produkte über den Dash-Button bestellen, hieß es von den Verbraucherwächtern aus NRW. Eine Beschriftung „zahlungspflichtig bestellen“ müsste auf den Button stehen, fordern sie.

Jetzt macht die Verbraucher-Organisation Ernst – und zieht vor Gericht. Es ist schon erstaunlich, was für beschränkte Verbraucher sie da beschützen wollen. Jeder, der diesen Button über sein Handy einstellt, versteht das Prinzip. Keiner wird davon überrascht, dass er das bestellte Klopapier auch bezahlen muss. Oder, liebe Verbraucherschützer? Vielleicht sollten noch Warnbilder von den Folgen eines Klopapier-Überkonsums neben die Buttons?

Nur damit es keine Missverständnisse gibt: Es gibt durchaus Fälle, in denen die Kritik genau den richtigen Punkt trifft. Etwa in einem aktuellen Fall des gehypten Banking-Startup N26, bei dem nicht alle Gebühren transparent dargestellt wurden. Das Unternehmen hat den Fehler daraufhin behoben.

Bestellung per Knopfdruck: Was taugt der Dash-Button von Amazon?

Was taugt der Dash-Button von Amazon?

Es reicht, einen Knopf im Bad zu drücken und schon kommt das neue Waschmittel – mit diesem Angebot startet Amazon hierzulande. Doch es gibt Probleme, zeigt der Test.

Doch der aktuelle Vorstoß riecht eher nach Unverständnis für digitalen Fortschritt, der den Alltag erleichtert. Außerdem klingt es gut, sich als die aufrichtigen Verbraucherschützer gegen den bösen US-Konzern Amazon zu stellen.

Persönlich würde ich nicht überall in meine Wohnung Dash-Buttons hängen, weil ich die jeweiligen Produkte zu wenig nutze. Und ich mich tatsächlich nicht auf ein Produkt beschränken will. Aber das muss doch in der Freiheit der Verbraucher liegen. Wem dieses Prinzip nicht gefällt, muss sich keinen Knopf neben das Klo kleben.

Spart euch die Pfeile im Köcher für die wirklich großen Probleme.

Bild: Amazon