Das sind die visuellen Trends 2016 - Getty Images

Visual Trends Report 2016 – Spiegel von Gesellschaft und Kultur

Welche visuellen Trends werden 2016 die Medienbranche dominieren? Das Team für Visual Insights von Getty Images untersucht jedes Jahr, wie Werbung und Design von gesellschaftlichen Entwicklungen, Konsumverhalten und technologischen Veränderungen beeinflusst werden. Sie nutzen den Zugang zu einzigartigen Daten von über 1 Milliarde Suchanfragen auf den Webseiten gettyimages.com und istockphoto.com, um aktuelle und kommende Trends zu recherchieren. Basierend auf ihren Erkenntnissen erscheint jährlich die branchenführende Publikation „Visual Trends Report“, die hier zum kostenlosen Download zur Verfügung steht.

Ausdrucksstarke Motive sind vor allem für junge Unternehmen ein effektives Marketing-Instrument, mit dem sie die Aufmerksamkeit ihrer Zielgruppen auf sich lenken können. Denn gut ausgewählte Bilder agieren als visuelle Trigger, die mit einem authentischen Storytelling junge Brands darin unterstützen, neue Kunden für sich zu begeistern.

Hier ist ein kleiner Einblick in die visuellen Trends 2016 sowie hilfreiche Tipps, wie Startups diese für ihre Markenpositionierung und Kampagnen einsetzen können.

Extended Human – Technik als Teil des Körpers

Die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verschwimmen. Extended Human beschäftigt sich mit der Überlegung, was passiert, wenn Technologien Teil unseres Körpers werden. Wenn Technik zunehmend unsere Körper optimiert, die Wahrnehmung unserer Umwelt verändert und unser kreatives Leistungsvermögen steigert – was bedeutet „Mensch sein“ dann eigentlich noch?

Tipp: Die Macht der Technik, wie wir sie uns im Alltag zunutze machen, lässt uns Dinge erleben, die in der Realität nicht möglich wären. Technologien, die den Menschen als physische Einheit erweitern, spiegeln sich in der Bildwelt in Form von Transpondern oder Datenbrillen wider. Was früher als Science-Fiction galt, ist heute Realität. Das weiß die digitale Startup-Welt am besten – dementsprechend sollte sie auch mit innovativen Tech-Visuals arbeiten.

Divine Living – Spirituelles und Sinnsuche als neue Religion

Das heutige Tempo und die Vergänglichkeit der Dinge lassen den Wunsch nach Ruhe, Beständigkeit und Besinnung größer werden. Bewusster Konsum sowie Selbstreflexion spielen zunehmend eine Schlüsselrolle für Verbraucher: Das Infragestellen von materiellen Luxusgütern, ein sinnvoll geführtes Leben und die Suche nach einer Verbindung mit etwas Größerem rücken immer mehr in den Vordergrund.

Tipp: Startups können diese Nachdenklichkeit, Sehnsucht und Integrität facettenreich porträtieren – zum Beispiel durch Lichtdurchbrüche, richtungsweisende Elemente oder Menschen, die innehalten.

Surreality – Visuelle Multiplikationen und skurrile Veränderungen

Surrealismus bringt das Unbewusste in ein Verständnis des Bewussten. Aus vertrautem Ursprungsmaterial entstehen bizarre oder verträumte Kompositionen, die mit unserer Vorstellung von Unwirklichkeit und Unendlichkeit spielen. In Form von kaleidoskopischen Collagen verpackt, bezieht sich dieser Trend nicht selten auf unser Leben im digitalen Zeitalter sowie dessen Intensität.

Tipp: Komplexe Grafiken, gebrochene Darstellungen und die Komponente der Wiederholung: Startups können sich diese eindringliche Bildsprache zum Beispiel in Bezug auf Big Data oder Virtual Reality-Mustern zunutze machen.

Outsider In – Von Außenseitern, Antihelden und Aktivisten

Der Trend Outsider In nimmt gewagte Bilder ins Visier, deren Akteure optisch mit Traditionen brechen und nonkonformistisches Verhalten abbilden. Außenseiter, Exzentriker und Rebellen stehen hier im Rampenlicht. Die Kraft der Bildsprache liegt in dem Mut, den einzelne Individuen in unserer herkömmlichen Welt aufbringen.

Tipp: Der Ansatz befasst sich mit Menschen, die unkonventionell denken und uns damit aufhorchen lassen. Es sind Bilder mit herausragenden Botschaftern, die uns zum Hinsehen bewegen und wachrütteln. Gründer, die ebenfalls die Welt ein Stück verbessern wollen, sollten die Macht dieser Bewegung nutzen und Verbraucher mit Bildern abholen, die Unverblümtheit sowie Menschen mit alternativen Haltungen darstellen.

Messthetics – Die Lust am Hässlichen

Schmutz, Chaos, Hässlichkeit. Die Macht unberechenbarer Visuals liegt klar auf der Hand: Sie rebellieren und stechen aus dem künstlich aufgesetzten und ordentlichen Raum der Werbung heraus. Der Trend Messthetics ist eine Gegenreaktion auf die Perfektion, die die Werbebranche uns viel zu häufig präsentiert.

Tipp: Konsumenten sind mittlerweile von der Konformität der Werbung gelangweilt und enttäuscht. Der fotografische Ansatz Messthetics bricht die Vorhersehbarkeit des Alltags optisch auf. Startups sollten die Möglichkeiten dieser gleichzeitig anziehenden und abstoßenden Ästhetik unbedingt nutzen. Denn dieses visuelle Manifest stellt eine starke Verbindung zu jenen Zielgruppen her, die sich nach Chaos und Zufall sehnen.

Silence vs. Noise – Gegensätze und Minimalismus

In der sich digitalisierenden Welt voller Reizüberflutungen haben wir das Verlangen nach einem weniger überladenen Umfeld – auch visuell. Bilder, bei denen sämtliche störenden und unnötigen Elemente ausgeblendet wurden, schaffen einen klaren Eindruck und ein ganz besonderes Storytelling. Geschichten werden atmosphärisch langsamer, aber präziser und mit maximaler Wirkung erzählt. Die visuelle Energie liegt hier in einer eleganten, direkten Einfachheit und ihren Widersprüchen.

Tipp: Weniger aggressive Verkaufstaktiken lassen Konsumenten empfänglicher werden. Startups können hier mit zurückhaltenden, aber dennoch kraftvollen Bildern arbeiten, die durch die Nutzung von negativem Raum und klaren Botschaften die Betrachter fesseln. Die Motive bestehen beim Trend Silence vs. Noise aus zwei Elementen: Während der Hintergrund schlicht ist und Raum zum Durchatmen bietet (Silence), befindet sich im Vordergrund ein visuell aktives Element (Noise).

Den kompletten Visual Trends Report 2016 jetzt kostenlos herunterladen!

Alle Bilder zu diesen Trends sowie Millionen weitere Bilder von Getty Images findet ihr hier.

 

Artikelbild: Alma Haser/Getty Images