Volkswagen Innovation Lab

Noch ein Konzern, der Startup-Nähe sucht: Auch Volkswagen rollt näher an die junge Digitalwirtschaft heran. Im Rahmen eines neuen Mobility Lab will der Wolfsburger Autobauer künftig Innovationen im Bereich Mobilität ausfindig machen, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Derzeit suche man gerade „nach einer coolen Location“, erklärte Konzern-CIO Martin Hofmann demnach zuletzt auf der Cebit. Fest stehe, dass das Labor in Berlin angesiedelt werden soll.

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Zur Computermesse, auf der in diesem Jahr verstärkt Startups Präsenz zeigen konnten, hatte der Konzern bereits ein Dutzend europäische Jungunternehmen eingeladen und acht Teams davon ausgewählt: Die sollen nun, von den IT-Chefs verschiedener VW-Marken betreut, über Kooperationsmöglichkeiten nachdenken, heißt es in dem Bericht. Und einige davon könnten für eine Zusammenarbeit auch in das geplante Berliner Mobilitätslabor einziehen. In München betreibt der Konzern seit Ende vergangenen Jahres bereits ein entsprechendes Data Lab.

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Der Münchner Standort sei auch das Vorbild für das neue Mobility Lab gewesen, so ein Unternehmenssprecher gegenüber Gründerszene. Derzeit befinde man sich für die Berliner Variante noch in der Konzeptionsphase. Sehr wahrscheinlich würde auch das Mobility Lab als komplett frei arbeitende Einheit aufgestellt werden, so der Sprecher weiter. Dies bedeute: Die dort angesiedelten Startups müssten sich nicht auf Schnittstellen im Konzern fokussieren und könnten eigene Anwendungsfälle entwickeln. Organisatorisch angesiedelt sind beide Labs bei der IT-Sparte innerhalb des Konzerns. Ansprechbar sein sollen sie – wie auch die Teilnehmer – von allen Konzerneinheiten.

Was genau Volkswagen sucht und was den Startups geboten wird, wollte man beim Wolfsburger Konzern noch nicht verraten. Nur so viel: Sowohl nach guten Ideen als auch nach bereits bestehenden Startups halte man Ausschau. Zudem sei man auf der Suche nach geeigneten Partnern aus Forschung und Technik. Los gehen werde es wahrscheinlich zur Jahresmitte.

Auf der Suche nach digitalen Geschäftsmodellen haben in den vergangenen Monaten bereits eine ganze Reihe an Konzernen neue Initiativen aufgelegt: der Stromriese Eon zum Beispiel, der Versicherungskonzern Axa oder der Lebensmittel-Gigant Rewe etwa, die Telekom schon seit längerem. Der Autokonzern BMW rief zusammen mit der TU München Ende vergangenen Jahres das Accelerator-Programm TechFounders ins Leben, der erste Durchgang soll in wenigen Tagen starten.

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