Ein Beitrag von Aaron O’Hearn, Mitgründer des Startup Institute.

79 Prozent aller Startups finden bislang nicht oder nur schwer die richtigen Nachwuchstalente. Dabei muss nicht jeder, der in einem Startup anfängt, zwangsläufig Gründungserfahrung mitbringen. Tatsächlich sind Arbeitnehmer aus allen denkbaren etablierten Bereichen willkommen: Jura, dem öffentlichen Dienst oder Bank- und Personalwesen – je vielseitiger die Herkunft der Talente, desto gewinnbringender für das Startup. Doch wie finden Quereinsteiger am besten den Weg in ein junges Unternehmen?

#1 – Unternehmenserfahrung als Vorteil präsentieren

In der Startup-Welt bewirken Unternehmenserfahrungen durchaus Wunder. Startups wie Airbnb und Uber sind Paradebeispiele dafür, wie sehr junge Tech-Unternehmen auf altbewährte Fachkenntnisse angewiesen sind: Uber wäre ohne die externe Expertise der Agentur Burson-Marsteller in dem juristisch und politisch aufgeladenen Streit mit den Taxifahrern verloren.

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Am Ende gewinnt derjenige, der den Wert seiner Arbeit im Startup richtig einschätzt und einbringen kann. Für junge Startups ist es sehr wichtig, ob jemand bereits große Teams geleitet oder Projekte für multinationale Konzerne durchgeführt hat. Jede Erfahrung aus der Welt der Großkonzerne ist wertvoll für Startups, sodass eine der größten Herausforderungen für Quereinsteiger darin besteht, ihre Expertise erfolgreich in das neue Unternehmen zu übertragen.

#2 – Professionalität an den Tag legen ohne an Hierarchien festzuhalten

Hat ein Startup klare Ziele und Strukturen. fällt ein professioneller Umgang leichter, sodass sich ein junger Haufen schnell zu einem ernstzunehmenden, seriösen Unternehmen wandeln kann. Allerdings heißt das nicht, dass man sich zu sehr auf interne Hierarchien fokussieren sollte – schlimmstenfalls hat dann die Startup-Kultur, und damit das eventuelle Wachstum, ein schnelles und jähes Ende. Hier liegt die große Herausforderung in der richtigen Balance.

#3 – Keine Machtkämpfe und offene Netzwerke

Interne Machtkämpfe und Netzwerkpflege zu den immer gleichen privaten Universitäten prägen oftmals die Zusammenarbeit in großen Banken und Anwaltskanzleien. Vermeintlich intellektuelle Einschübe und arrogantes Gehabe bringen in einem Startup-Umfeld niemanden weiter, denn in der Regel wählt ein junges Tech-Unternehmen seine neuen Mitarbeiter nach Motivation, Erfahrung und Tatkraft aus.

#4 – Vorsicht vor Buzzwords

Wer den Schritt in die Startup-Welt wagt, ist gut beraten, seinen Fachjargon schnell abzulegen. Der Fokus in einem Startup liegt darin, die erhofften Resultate tatsächlich auch einzufahren und das Geschäft auf- und auszubauen – ohne Schönmalerei. Allerdings existiert letztere dennoch in Startups, aber in einer anderen Form als in Großkonzernen. Buzzwords wie „disruptiv“, „innovativ“ und „lean“ erfreuen sich großer Beliebtheit. Es ist wichtig, vorsichtig mit ihnen umzugehen, denn ansonsten kommen sie schnell wie inhaltloses PR-Geschwafel daher.

#5 – Schnell Entscheidungen treffen und wachsen

Startups arbeiten in einer Geschwindigkeit, die leicht überfordern kann, denn ohne lange Auftragsvergaben und Vertragsunterzeichnungen gelangen sie wesentlich schneller zu einer hohen Skalierung. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Mehr Einfluss. Ebenso klar der Nachteil: Fehler müssen zugegeben und es muss aus ihnen gelernt werden. Die Bereitschaft Fehler zu machen muss da sein, ebenso wie die, daraus zu lernen. Bescheidenheit geht Hand in Hand mit schnellen Entscheidungen.

Event-Tipp

Bevor Quereinsteiger sich überhaupt Gedanken machen, wie sie sich am besten in die Startup-Welt integrieren könnten, müssen sie erst mal ihren Fuß in die Tür bekommen. Passende Fähigkeiten dafür zu besitzen, ist nur der erste Schritt: Nach einem achtwöchigen Kurs bei Startup Institute etwa bietet sich die beste Gelegenheit für den Einstieg über eine Jobmesse wie die Startup Institute Berlin TalentExpo am Donnerstag, den 27. November 2014 an. Ab 10.00 Uhr suchen der führende US-amerikanische Career Accelerator gemeinsam mit der Gründerszene Jobbörse und dem Jobvermittler Elizabeth Green nach neuen Talenten.

Zudem präsentieren vor Ort Absolventen des neuesten Startup Institute Kurses in Berlin in 60 Sekunden wie sie die richtige Startup-Denkweise erlernt haben, wie man seine Unternehmenserfahrung erfolgreich in die Startup-Kultur integriert und seine Fähigkeiten entsprechend transformiert. Dank des Panels zum Thema „Matching the Perfect Job with the Perfect Candidate“ mit Jana Schilling (Consultant Executive & Specialist Search, I-Potentials), Sarah Hoffman (Head of HR, Hitfox Group), Anian Schmitt (Managing Director, Elizabeth Green) und Christoph Speckmann (CPO + Co-founder, Hytch!), erfahren auch alle weiteren Quereinsteiger und Jobsuchenden wie sie am besten Fuß fassen – und problemlos vom Großkonzern in die Startup-Welt wechseln.

BILD: NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen BESTIMMTE RECHTE VORBEHALTEN VON MIKE DIERKEN