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Bisher galt bei US-Medien eine informelle Regel, an die sich alle gehalten haben: Über erste Hochrechnungen bei der Präsidentenwahl wird erst dann berichtet, wenn alle Wahllokale geschlossen sind. So sollen Wähler möglichst unbeeinflusst von frühen Ergebnissen ihre Stimme abgeben.

Bei der heutigen Wahl will das ein Startup namens Votecastr nun ändern. Ken Smukler, Sasha Issenberg und Trevor Cornwell haben es in diesem Herbst gegründet. Ihr Ziel ist, schneller als früher das Ergebnis voraussagen zu können – und live darüber zu berichten.

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Dafür haben sie ein Verfahren entwickelt, mit dem die Abstimmungsergebnisse von sieben wahlentscheidenden Bundesstaaten vorab eingeschätzt werden können: in Florida, Iowa, Nevada, New Hampshire, Ohio, Pennsylvania und Wisconsin. Bekannt gegeben werden sie auf den Webseiten von Vice und dem Polit-Magazin Slate, mit beiden Medien koopiert das Unternehmen.

Das Besondere dabei: Die Veröffentlichung passiert in Echtzeit. Die Ergebnisse werden ständig aktualisiert, bis alle Stimmen ausgezählt sind.

Für seine Prognose hat das Startup vor der Wahl Unmengen an Daten über die Wähler gesammelt: vor allem wen sie wählen, aber auch biografische Angaben. Am Wahltag selbst wird lediglich errechnet, wie viele Menschen tatsächlich ihre Stimme abgeben. Aus diesen Zahlen erstellt Votecastr eine Prognose, die so lange aktualisiert wird, bis das endgültige Wahlergebnis feststeht.

Es ist ein Verfahren, mit dem die Parteien normalerweise registrierte Wähler aufspüren und zur Stimmabgabe mobilisieren. Votecastr setzt damit nicht auf Exit Polls, also auf Befragungen, die vor den Wahllokalen klassischerweise durchgeführt werden. Denn die seien laut Mitgründer Issenberg nicht sonderlich exakt. „Sie sind dafür gemacht, uns zu sagen, warum bestimmte Leute so gewählt haben, wie sie gewählt haben – und nicht, um das Wahlergebnis vorherzusagen“, sagte er der New York Times.

Bild: Screenshot Slate.com