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Die Voya-Gründer Maximilian Lober und Florian Stege (von links)

Der Hype um die Concierge-Apps ist vorbei. GoButler, der einst hoffnungsvollste Player, ist verschwunden – und auch andere Startups mussten aufgeben. Der Gedanke, einen persönlichen Assistenten für Privatleute zu bieten, hat sich als wenig ertragreich erwiesen. So hat auch ein Hamburger Player, der weiter am Markt ist, seinen Kurs geändert.

Voya, Ende 2015 von den beiden WHU-Absolventen Maximilian Lober und Florian Stege gegründet, bietet seit etwa einem Jahr einen Concierge-Reiseservice an. Per Chat sollten Privatleute und Geschäftskunden ihre Reise buchen – etwa Flüge, Züge, Mietautos und Hotels. Insgesamt 1.000 Nutzer verwendeten die App regelmäßig, sagte Gründer Maximilian Lober vergangenen Mai.

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Heute sagt der Gründer: „Ich glaube, der Vergleich mit GoButler hinkt mittlerweile.“ Voya richtet seinen Reisebuchungs-Chat nur noch an Unternehmenskunden – vor allem Mittelständler stehen im Fokus. „Viele Unternehmen buchen noch mit teuren Geschäftsreisebüros“, sagt Lober. Eine Telefonberatung würde schonmal 40 Euro Service-Gebühr kosten. Mit dem digitalen Voya-Reisebüro soll nun jeder Mitarbeiter via Chat seine Dienstreise selber buchen können. Ein Vorteil für die Unternehmen: „Sie haben nicht 30.000 verschiedene Belege, sondern bekommen von uns alles gesammelt“, sagt Lober. 80 Unternehmen würden den Service mittlerweile verwenden, darunter etwa Digital-Unternehmen oder Agenturen. Wie viele Reisen per Chat bereits gebucht wurden, will der Voya-Gründer nicht verraten.

Ein neues Millionen-Investment

Der Business-Fokus soll für das Unternehmen einige Vorteile haben. „Die Abbruchrate der Kunden ist sehr viel geringer“, sagt Lober. Bedeutet: Wenn die Nutzer erst einmal buchen wollen und im Chat nach einer Reise fragen, kaufen sie am Ende meist eines der Angebote. Außerdem bezahlen die Unternehmenskunden eher für den Service. Das Startup hat mittlerweile mehrere Preisstufen eingeführt, beispielsweise 50 Buchungen pro Monat für 299 Euro.

Bei Voya antworten in den Chats Mitarbeiter – und keine Bots. „Menschen haben in die Chatbots noch kein Vertrauen“, sagte Lober bereits im letzten Gründerszene-Interview. Deswegen sei es wichtig, immer ein menschliches Backup zu haben, besonders für den Fall, dass bei der Reise etwas schief laufe. Das Startup will dann Ansprechpartner zur Verfügung stellen, die beispielsweise ein Problem mit der Airline lösen können. Insgesamt 30 Mitarbeiter arbeiten mittlerweile für Voya, sechs Leute kümmern sich um die Chats.

Für das weitere Wachstum hat sich das Startup nun kürzlich eine weitere Finanzierung gesichert, über die Deutsche Startups zuerst berichtete. Rocket Internet hat mit seinem Fonds Global Founders Capital investiert, außerdem sind Motu und Kima Ventures bei dem Unternehmen eingestiegen. Der bekannte US-Accelerator 500 Startups hält ebenfalls Anteile: Voya war Teil der ersten Runde in Berlin. Laut Lober sei in der aktuellen Runde ein Millionen-Betrag geflossen.

Trotz des neuen Kapitals für den angepassten Kurs muss sich das Travel-Startup jetzt beweisen. Gehypte Butler-Apps wie James, bitte und Sixtyone Minutes kündigten vor einiger Zeit ebenfalls schon einen Schwenk zu Unternehmenskunden hin an – doch um beide ist es mittlerweile still geworden.

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Bild: Voya