VW will auf der CES in Las Vegas ein komplett neues E-Auto vorstellen.

Das Jahr 2015 für VW als schwierig zu bezeichnen, wäre noch leicht untertrieben. Erst der Machtkampf zwischen Ferdinand Piëch und dem Volkswagen-CEO Martin Winterkorn im Frühjahr, dann der Skandal um die manipulierten Abgaswerte, der zu einem Exodus von Spitzenmanagern im Konzern führte. Die hausgemachten Probleme verdeutlichen auch, dass der VW-Konzern im Wettstreit um den technologischen Führungsanspruch weit hinter die Konkurrenz von BMW und Daimler zurückgefallen ist. Vor allem die Kernmarke VW wirkt bieder und wenig innovativ.

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Das soll sich ändern, wenn es nach VW geht. Der Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen Pkw, Dr. Herbert Diess, hat angekündigt, dass VW auf der in den wenigen Wochen stattfindenden Consumer Electronics Show in Las Vegas ein komplett neues Elektroauto vorstellen wird. Laut VW soll es „eine neue Ära der erschwinglichen Langstrecken-Elektromobilität“ einläuten. Den ersten Informationen nach soll es sich um ein viersitziges Fahrzeug handeln, vermutlich auf Basis der Tiguan-Plattform. Es soll eine komplette Eigenentwicklung sein und nichts mit dem von Audi ebenfalls in diesem Jahr angekündigtem E-Auto zu tun haben, das vermutlich auf Basis des Audi-Q5-SUV gebaut wird.

Anders als bei der Konzerntochter Audi, die auf der IAA in diesem Jahr schon eine recht seriennahe Studie zeigen konnte, spricht VW nur davon, dass man auf der CES eine Fahrzeugstudie präsentieren will, um zukünftige Technologien vorzuführen. Dazu gehöre auch ein völlig neu gestalteter Innenraum, der die Zukunft der Vernetzung und neue Bedienkonzepte zeigen soll. Dabei greift das Wolfsburger Unternehmen teilweise auf die schon zur CES 2015 gezeigten Innovationen zurück, etwa eine Gestensteuerung für Fahrzeugfunktionen, die aus der Studie VW Golf R Touch stammt. Auch hier ist die Konkurrenz weiter: Im neuen Siebener-Modell bietet BMW diese Funktion bereits in Serie an.

Für VW ist die Messe in Las Vegas der erste große Auftritt seit dem der Diesel-Skandal die Marke schwer in Bedrängnis gebracht hat. Um so wichtiger wird es sein, die Weltöffentlichkeit davon zu überzeugen, dass die vom neuen Konzernchef Matthias Müller in Gang gebrachte Umstrukturierung im Unternehmen die ersten Erfolge zeigt.

Bild: VW AG