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Online-Lebensmittelkauf: Wenige Klicks können den Gang zum Supermarkt ersparen

Wenn man an Online-Shopping von Lebensmitteln denkt, hat man oft junge Menschen im Kopf, die auf ihrem Smartphone schnell die nötigen Zutaten für den Grillabend am Wochenende bestellen. Bierkästen inklusive, denn die Zielgruppe will diese nicht erst umständlich nach Hause schleppen.

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Doch wer dabei nur an die sogenannten Millennials denkt, die mit dem Internet aufgewachsen sind, irrt. Denn laut einer Studie der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young (EY) sind die, die am meisten Lebensmittel online kaufen, zwischen 41 und 50 Jahren alt. 23 Prozent der Online-Käufer von Lebensmittel sind in diesem Alter. Sie gehörten zu der Generation, die früher jedes zehn Pfennig-Stück in einem Tante-Emma-Laden gegen eine Gummischlange getauscht hat, und die längst volljährig waren, als das Internet massentauglich wurde.

Die jüngere Zielgruppe der unter 20-Jährigen kommt zwar mit 16 Prozent direkt danach, teilt sich aber den zweiten Platz mit den über 60-Jährigen. Von den Einkommensklassen her sind die Online-Kunden laut der Studie sehr durchmischt. Was bedeutet das also für Food-Startups und Lebensmittelmärkte, die sich mehr und mehr auf das digitale Geschäft einstellen?

Wie erreicht man eine ältere Zielgruppe?

Zwar lassen sich bisher nur 16 Prozent der Bevölkerung Lebensmittel nach Hause liefern. Doch es gibt viel Potenzial, auch bei einer Zielgruppe, die bislang nicht so stark im Blickfeld der digitalen Player stand: die ältere Zielgruppe. Die Schwierigkeit besteht darin, diese ältere, finanziell gut aufgestellten Menschen und Familien zu erreichen. Denn sie sind nicht unbedingt auf Snapchat und Instagram unterwegs. Auch herkömmliche Online-Marketing-Kanäle wie Facebook sind im Zweifel nicht der richtige Weg, sondern beispielsweise Stände in Einkaufszentren, so wie es HelloFresh schon macht oder Rabatt-Aktionen für Weiterempfehlungen.

Das Interesse einer breiten Bevölkerungsschicht für diese Dienste ist auf jeden Fall da. Jetzt liegt es an den Anbietern, ihren Service bekannter und attraktiver zu machen als der Wettbewerb. Deshalb ist es für sie umso wichtiger, ihre Webseiten zielgruppenübergreifend nutzerfreundlich zu gestalten. Und zu analysieren, wie Familien oder ältere Menschen eigentlich einkaufen – und diese Erfahrungen in den Online-Ablauf einfließen lassen.

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Auch bei den Bezahlverfahren kann man sich darauf einstellen. Barzahlung bei Lieferung könnte unter anderem möglich sein, um auch bei Menschen zu punkten, die beispielsweise kein Paypal-Konto haben.

Wer diese Käuferschicht erreicht, kann sicherlich auf eine loyale Kundenschaft zählen, schließlich hat die Zielgruppe ab 40 mit Familie einen viel größeren Bedarf für Lebensmittel als junge Singles – und oft auch wenig Zeit und Lust auf einen ausgiebigen Einkauf samstags im überfüllten Supermarkt. Hat man die älteren Kunden einmal überzeugt, werden sie wiederkehrend bestellen. Auf die junge Zielgruppe kann man sich dann später wieder fokussieren.

Bild: Getty Images / Westend61