Neuer Eigentümer will Weltbild als Ganzes Unternehmen fortführen

Rettung für die insolvente Verlagsgruppe Weltbild: Die Münchner Investmentgesellschaft Paragon Partners übernimmt das Augsburger Unternehmen, wie die Süddeutsche Zeitung und das Manager Magazin berichten. Ein Vorvertrag soll bereits unterzeichnet worden sein.

Was genau Paragon Partners mit Weltbild vorhat, ist bisher nicht bekannt sein. Nach eigenen Angaben verfügt die Münchner Investmentgesellschaft, die auch in die Nachhilfeorganisation Schülerhilfe und die Lieferantensuchmaschine Wer liefert was? investierte, über Eigenkapital in Höhe von gut 650 Millionen Euro.

Anzeige
Paragon Partners will das Unternehmen offenbar als Ganzes fortführen, deswegen übernimmt die Investmentgesellschaft auch das schwierige Katalog– und Filialgeschäft und nicht nur Anteile an lukrativen E-Reader Tolino, mit dem Weltbild, gemeinsam mit Thalia, Hugendubel, Club Bertelsmann sowie der Deutschen Telekom Amazons Kindle Konkurrenz machen will.

Zu Weltbild gehören auch die Webshops Weltbild.de, Jokers.de und Kidoh.de. Bisher war die Augsburger Verlagsgruppe jedoch an der Digitalisierung gescheitert: Die Transformation hätte 135 Millionen Euro gekostet.

Mitte Januar 2014 musste Weltbild Insolvenz anmelden. Die katholische Kirche, Gründer und bisheriger Eigentümer, wollte die 130 Millionen Euro zur Rettung der Weltgruppe nicht bezahlen. Seitdem hatte sich der Konzern von rund 50 der insgesamt 220 Buchläden getrennt.

Alle Unternehmensteile werden an ein neues Unternehmen übertragen, an dem Paragon Partners die Mehrheit hält. Für den heutigen Montagnachmittag hat die Gewerkschaft Verdi die verbliebenen 2.200 Mitarbeiter zu einer Versammlung eingeladen. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz will dort über das Ergebnis der Verhandlungen informieren.

Bild: Weltbild