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Das Team von Weltsparen mit CEO Tamaz Georgadze (sechster von links)

Weltsparen plant weltweite Festgeld-Vermittlung

Tamaz Georgadze ist ein Schnellstarter. Sein Abitur macht er mit zwölf Jahren, anschließend studiert er VWL und Jura, und als er mit seiner Promotion beginnt, ist er gerade 16.

Später geht Georgadze zu McKinsey, wo er vor allem Banken und Versicherungen berät. Dort hat Tamaz Georgadze zum ersten Mal die Idee für Weltsparen, gut sechs Jahre ist das her. Er erlebt bei seinen Kunden, „wie restriktiv der Zugang zu Konten bei ausländischen Banken ist“. Einigen hilft er, Konten in Georgien aufzumachen, dort sind hohe Zinsen für Festgeld zu holen. Aber wer nicht vor Ort persönlich bei der Bank erscheint, der hat keine Chance, an das Angebot zu kommen.

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Was er damals als Gefälligkeit in seiner Freizeit übernimmt, könnte auch ein Geschäft sein, denkt sich Georgadze. „Ich habe mich gefragt: Kann man das nicht für mehr Leute zugänglich machen? Aktienmärkte, Risikokapital – das alles ist global. Nur der Bankbereich ist noch lokal abgegrenzt.“

Doch ein Problem gibt es – es gibt keinen Problemdruck. 2008 sind die Zinsen in Deutschland und Europa auf Rekordniveau. Ohne große Mühe kann man für sein Tagesgeld 4,5 Prozent bekommen. „Die Frustration der Sparer war begrenzt“, erinnert sich Georgadze. „Die Notwendigkeit war noch nicht so gegeben.“

Wegen der Eurokrise werden die Leitzinsen gesenkt

Das ändert sich spätestens 2012. Unter dem Druck der Eurokrise senken die Notenbanken die Leitzinsen, immer wieder. Mitte des Jahres können Sparer nicht einmal mehr zwei Prozent für ihr Erspartes bekommen. Die Zeit ist reif für Georgadzes Idee.

Er will mit Weltsparen (www.weltsparen.de) einen Marktplatz für Festgeldanlagen im Ausland schaffen, und zwar auch bei jenen Banken, die für Anleger aus Deutschland bislang schwer zugänglich sind. Anders als traditionelle Vergleichsportale will er Kunden nicht einfach weitervermitteln, sondern über eine deutsche Partnerbank selbst die Identifizierung übernehmen.

Im Herbst 2012 investieren die Gründer 140.000 Euro, im März 2013 stemmen sie eine erste Finanzierungsrunde von etwa zwei Millionen Euro, beteiligt ist unter anderem RI Digital Ventures.

Jetzt könnte es schnell gehen – so wie Georgadze es gewohnt ist.

Doch das Bankgeschäft ist von komplizierten Regularien durchzogen, die Finanzaufsicht erweist sich als entsprechend restriktiv. Den ursprünglichen Plan, mit Banken auf der ganzen Welt zusammenzuarbeiten, streicht Georgadze bald. „Den zweiten Teil des Geschäftsmodells haben wir erst einmal etwas vertagt.“

Start mit einer einzigen Partnerbank

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Jetzt sind erst einmal nur europäische Banken im Angebot – und zum Start in dieser Woche beschränkt sich die Auswahl zunächst auf eine einzige Partnerbank, die bulgarische Fibank. Sie bietet Sparern 2,9 Prozent auf Einlagen mit einer Laufzeit von einem Jahr – deutlich mehr als derzeit in Deutschland zu bekommen ist.

Mitte Januar soll dann die nächste Bank dazukommen, Ende des ersten Quartals 2014 sollen es insgesamt fünf sein. Und in der zweiten Jahreshälfte könnte dann endlich die weltweite Festgeld-Vermittlung umgesetzt werden. So zumindest der Plan von Tamaz Georgadze.

Bild: SavingGlobal