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Robo-Advisor gibt es mittlerweile viele. Auf dem deutschen Markt tummeln sich etwa Vaamo, Scalable Capitel und Ginmon. Alle Anbieter wollen mit ihren digitalisierten Produkten, das Anlegen von Geld  vereinfachen. Über einen Algorithmus vermitteln sie den Kunden Wertpapiere, sogenannte ETFs.

Nun startet ein weiteres Fintech-Startup aus dem Segment in Deutschland. Der ursprünglich aus der Schweiz stammende Robo-Advisor Werthstein hat ein Büro in München eröffnet und ist seit wenigen Tagen für die Nutzer verfügbar. Das Startup hat jedoch einen anderen Ansatz: In der App sprechen Experten wie Ökonomen über geeignete Geldanlagen, in die der Nutzer dann direkt investieren kann, wirbt das Startup.

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„Viele Menschen betreiben praktisch gar keine Vermögensverwaltung und lassen ihr Erspartes lieber auf dem Tagesgeldkonto liegen“, lässt sich Mitgründer Giles Keating zitieren. „Dazu kommt, dass Robo-Advisors für Kunden gesichtslose, unsichtbare Algorithmen sind, die Investmententscheidungen fällen.“ Bei Werthstein würden hingegen die Experten in Blogeinträgen, Newsletter und Videos die verschiedenen Strategien und Marktsituationen erklären.

Eine Transaktionsgebühr oder Provisionen fielen bei Werthstein nicht an, heißt es vom Schweizer Jungunternehmen. Allein eine monatliche Grundgebühr sei zu zahlen, der günstigste Preis liegt bei 27 Euro. Derzeit ist vorerst eine kostenlose Betaversion verfügbar, weitere Produkte werden 2017 hinzugefügt.

Hinter Werthstein stehen ehemalige Banker, die zuvor in hohen Positionen bei Finanzinstituten gearbeitet haben. Allen voran Keating, der 30 Jahre lang für Credit Suisse arbeitete und zum Schluss stellvertretender Leiter des Investment-Büros dort war. Keating, der nun Präsident von Werthstein ist, gründete das Startup 2015 gemeinsam mit CEO Bastian Lossen, auch ehemals Credit Suisse, und Felix Röscheisen, der von der HypoVereinsbank kommt. „In weniger als 12 Monate nach der Gründung des Unternehmens werden wir Werthstein auf den Markt bringen. Diese Geschwindigkeit und Flexibilität wäre in einem Grosskonzern nicht möglich“, sagt Lossen.

Das Startup konnte seit der Gründung im vergangenen Jahr ungefähr zwei Millionen Euro einsammeln. Etwa eine Million steckten die drei Gründer zum Zeitpunkt der Gründung selbst in Werthstein, während rund eine Million von Familie und Freunden im November kam. Auf Nachfrage von Gründerszene wollte ein Sprecher keine Namen nennen. Das Newsportal Finews schrieb jedoch, dass der frühere Star-Investmentbanker Leonhard Fischer und Walter Berchtold, CEO von der Privatbank Falcon, investiert seien.

Für Werthstein ist Deutschland der erste Markt, der erschlossen werden soll. In einem Interview mit der Finanzplattform „Professional Weahlt Management“ sagte Keating, Deutschland sei als Einstiegsmarkt geeignet, weil er noch nicht so hart umkämpft sei wie etwa Großbritannien. Weitere Ländern sollen allerdings folgen.

Ein Erklärvideo von Werthstein:

Bild: Screenshot Werthstein