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Möbel-Shoppingclub: Deutliches Umsatzwachstum bei Westwing

Es ist eine interessante Entwicklung in der Möbel- und Wohnsparte von Rocket Internet: Der Home & Living-Anbieter Westwing Home & Living (www.westwing.de) meldet für das Gesamtjahr 2013 eine Verdreifachung des Umsatzes auf 110 Millionen Euro. Im Jahr 2012 kam das Unternehmen noch auf 41 Millionen Euro. Damit hat das Münchener Unternehmen im vergangenen Jahr die „Schwester“ Home24 aus Berlin deutlich überholt, was sich zuvor allerdings bereits abgezeichnet hatte. Letztere hatte vor kurzem erst rund 92 Millionen Euro an Umsatz verkündet.

Profitiert haben dürfte Westwing dabei insbesondere vom weitestgehenden Rückzug des angeschlagenen Konkurrenten Fab aus dem europäischen Markt. Ertragszahlen nennt das Münchener Unternehmen wie gewohnt nicht. Im vergangenen Sommer hatte Westwing-Co-CEO Philipp von Plato für das laufende Jahr 2014 die Profitabilität in Aussicht gestellt. Bislang dürfte unter dem Strich schon aufgrund der hohen Expansionskosten sowie der notwendigen Logistikinvestitionen sicherlich eine deutlich rote Zahl gestanden haben.

Das als Shoppingclub aufgestellte Westwing verbuchte im vergangen Geschäftsjahr nach eigenen Angaben mehr als 1,2 Millionen Bestellungen und lieferte 2,8 Millionen Produkte aus. Immer wichtiger seien dabei Smartphones und Tablets – bereits jetzt gehen gut ein Drittel aller Bestellungen mobil ein. Zwölf Millionen Mitglieder habe der Shoppingclub derzeit insgesamt, heißt es aus München. Demnach wäre das Verhältnis von Mitgliedern zu letztendlich abgegebenen Bestellungen genau zehn-zu-eins. Rund 90 Prozent der Westwing-Kunden sind übrigens weiblich.

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Die durchschnittliche Warenkorbgröße würde den Zahlen zufolge bei rund 100 Euro liegen, Retouren einmal außen vor gelassen. „Wir decken nicht nur Großmöbel ab, sondern vor allem auch den Kleinmöbelbereich und viele Accessoires. Großmöbel machen dabei zirka zehn Prozent unseres Umsatzes aus“, erklärt Westwing-Gründer Stefan Smalla gegenüber Gründerszene.

Logistik-Ausbau steht im Vordergrund

Im vergangenen Jahr hat Westwing stark in seine Infrastruktur investiert, es wurden Logistikzentren in Deutschland, Italien, Brasilien, Russland, Polen und Spanien eröffnet. So sollen länderübergreifend Transportprozesse verbessert werden. Auch 2014 stehen für den Shoppingclub insbesondere Technik und Logistik im Vordergrund: „Wir werden in den nächsten Monaten weiter wachsen und fokussieren uns vor allem auf die Weiterentwicklung unserer Logistiknetzwerke und Technologieplattformen“, sagt Smalla.

Nach eigener Rechnung bliebe für Westwing (und Home24) auch noch erheblich Platz nach oben: Der weltweite Home&Living-Markt biete mit einem Volumen von über 400 Milliarden Euro eine ähnliche Größe wie der Fashion-Markt – Letzterer wird im Samwer-Universum bekanntlich medienwirksam mit dem Online-Versender Zalando abgedeckt.

Beim Vergleich etwa mit dem Möbelriesen Ikea werden dabei schnell die unterschiedlichen Größendimensionen sichbar: Im vergangenen Jahr nahm der schwedische Konzern 27,9 Milliarden Euro ein, allein in Deutschland waren es rund vier Milliarden Euro. Kleiner Lichtblick für die Möbel-Ambitionen von Rocket Internet – mit denen die drei Samwer-Brüder geheimen Investorenunterlagen zufolge den Möbelriesen abhängen wollen: Das Umsatzwachstum des blau-gelben Möbelhauses hat sich im Vergleich zum vorangegangenen Jahr deutlich abgeschwächt, im Kalenderjahr 2012 war der Gesamtumsatz von 25,2 auf 27,6 Milliarden Euro angestiegen.

Gegründet wurde Westwing im Jahr 2011 von Delia FischerGeorg BiersackMatthias SiepeStefan Smalla und Tim Schäfer gegründet. Das Unternehmen erhielt zwischenzeitlich mehr als 100 Millionen US-Dollar an Finanzierungskapital von verschiedenen Investoren, darunter die Samwer-üblichen Geldgeber Access Industries, Holtzbrinck Ventures, Investment AB Kinnevik und Summit Partners. Zuletzt hatte sich Tengelmann mit einem zweistelligen Millionenbetrag eingekauft. Westwing beschäftigt nach eigenen Angaben 1.100 Mitarbeiter in acht Ländern.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Nazer K