soundcloud mitarbeiter

Damian Bradfield will nicht, dass sich die kürzlich entlassenen 173 SoundCloud-Mitarbeiter eine neue Stelle suchen. Stattdessen möchte der Präsident und CMO von WeTransfer jedem Gefeuerten 10.000 US-Dollar schenken, damit er oder sie „geht und etwas startet“.

Die Ex-SoundClouder seien Experten in den Bereichen Technologie, Musik und Innovation, schreibt Bradfield auf Medium. „Es wäre ein Frevel, sie einfach losziehen und sich reguläre Jobs suchen zu lassen.“ Stattdessen sollten sie „an der Zukunft der Musik arbeiten, was auch immer das sein mag“, so der WeTransfer-CMO. Eigene Projekte gründen, statt sich einem anderen Startup anzuschließen also. 

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Die Idee kam Bradfield nach eigener Aussage auf dem Tech Open Air in Berlin. Dort musste sich vor zwei Wochen SoundCloud-CEO Alex Ljung kritischen Fragen zur Lage seines Unternehmens stellen. Am 6. Juli hatte das Unternehmen bekanntgegeben, 40 Prozent seiner Mitarbeiter zu entlassen und zwei von vier Büros zu schließen. Ljung sprach von „mehr Kontrolle über unseren Weg in die Profitabilität“ und einem „starken und unabhängigen Unternehmen“. Kurz darauf wurde bekannt, dass SoundCloud schon zum Jahresende das Geld ausgehen könnte und die Mitarbeiter mutmaßlich viel zu spät über die drohenden Entlassungen informiert wurden.

WeTransfer entschied sich laut Bradfield nach dem Tech Open Air, den Entlassenen per E-Mail die 10.000 US-Dollar anzubieten, nicht als Darlehen oder Investment, sondern als Geschenk. Einzige Bedingung: „Ein Vorschlag für etwas, das ihr designen, bauen oder managen könnt und das das nächste SoundCloud oder iTunes sein könnte.“ Schon seit 2009 unterstütze WeTransfer Gründer, Studenten, Designer und Künstler auf ähnliche Weise, schreibt Bradfield. 

Die Kontaktdaten eines Großteils der Ex-SoundClouder kursieren auf einer Liste im Internet. „Was, wenn jeder einzelne dieser 173 Menschen eine geniale Idee hat? Müssten wir sie dann alle finanzieren?“, fragt Bradfield. WeTransfer müsste dann immerhin 1,7 Millionen Dollar ausgeben. „Vielleicht. Um ehrlich zu sein, wir waren uns nicht sicher“, schreibt Bradfield. „Glücklicherweise sind wir seit 2014 profitabel.“

Bild: Flickr / Thomas Bonte

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