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Die WeWork-Gründer Miguel McKelvey (links) und Adam Neumann

Das Geschäftsmodell von WeWork ist simpel: Das Unternehmen mietet Büroflächen an – meistens in sehr teurer Lage. Dann baut es dort einen modernen Coworking-Bereich und vermietet die Plätze für deutlich mehr Geld weiter. Am Times Square in New York beispielsweise mietete WeWork anfangs Räume für 58 US-Dollar pro Quadratmeter – und vermietete für 160 Dollar. Die Gewinnmarge soll je nach Stadt zwischen 30 und 60 Prozent liegen.

Mittlerweile soll das 2010 in New York gegründete Unternehmen mit mehr als 20 Milliarden US-Dollar bewertet werden. Rund vier Milliarden Dollar gaben Investoren für den Aufstieg. In diesem Jahr will WeWork eine Milliarde US-Dollar Umsatz erzielen.

Die Gründer Miguel McKelvey und Adam Neumann haben die Bedürfnisse der modernen Arbeitswelt richtig eingeschätzt: Mittlerweile hat sich der Trend zum Coworking auch in Deutschlands Großstädten durchgesetzt. Vor eineinhalb Jahren eröffnete WeWork seine erste Bürofläche in Berlin im Sony-Center am Potsdamer Platz. Ein zweiter Standort am Hackeschen Markt folgte einige Monate später. Parallel breitete sich der israelische Konkurrent Mindspace in Deutschland aus und eröffnete zwei Standorte in Hamburg und Berlin. Vier weitere sollen in diesem Jahr folgen. 

Coworking-Startup WeWork: Mit Schreibtisch-Vermietung und Bier-Flatrate zur 16-Milliarden-Company

Mit Schreibtisch-Vermietung und Bier-Flatrate zur 16-Milliarden-Company

Wer seinen Schreibtisch bei WeWork hat, wird Teil einer exklusiven Gemeinschaft. Mit seinen Coworking-Spaces macht das New Yorker Startup ein Riesengeschäft.

Ein Büro mit Schreibtisch kostet so viel wie eine kleine Wohnung

Doch offenbar ist der Bedarf an teuren Coworking-Spaces noch nicht gedeckt. Im November will WeWork nun seinen dritten Berliner Standort eröffnen, den es bereits im Herbst 2015 ankündigte. Am Kurfürstendamm 11 – mit Blick auf die Gedächtniskirche und den Breitscheidplatz. Und auch hier lässt sich das Unternehmen die Arbeitsplätze gut bezahlen. Ein Schreibtisch kostet 370 Euro pro Monat, ein eigenes Büro mit einem Platz 550 Euro. Dafür stellt WeWork Personal für die Büroverwaltung, Drucker, Fruchtwasser, schicke Möbel und Duschen bereit.

Neben dem neuen Office am Kurfürstendamm baut Wework außerdem an zwei neuen Standorten in Frankfurt und Hamburg. Hier stehen bisher nur die Orte fest, nicht aber die Preise.

Die Schwachstelle von WeWork: Startups können sich die Büroräume meistens nicht leisten und ziehen – wenn überhaupt – nur mit Sonderkonditionen ein. Häufig sind die WeWork-Räume deswegen mit hoch finanzierten US-Startups besetzt, die in Deutschland einen Ableger starten, oder mit Digitalteams größerer Unternehmen, die ihren Mitarbeitern ein „dynamisches Umfeld“, wie es gerne genannt wird, bieten wollen. Viel Geld bringt das WeWork aber trotzdem.

Blick WeWork

Der Blick vom WeWork-Standort am Kurfürstendamm. Im November ist Eröffnung.

Bild: WeWork