Team whocares

Die drei Whocares-Gründer Mark Schmidt, Mike Sukola und Enes Kaya (von links)

Manchmal saß Mark Schmidt im Bus und fragte sich: „Was denkt die Person gegenüber wohl wirklich von mir?“ Dieser Frage wollte der Hamburger nachgehen und beschloss, gemeinsam mit zwei Freunden eine App dafür zu starten. Mit Whocares können Nutzer im Tinder-Prinzip Fragen über Freunde oder Bekannte beantworten. „Sonst bekommt man ja selten ein ehrliches Feedback zu seinem Style, Aussehen oder seinem Eindruck, Freunde sind da meistens nicht ehrlich“, bemängelt der Gründer.

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Das Ganze funktioniert so: Der Nutzer meldet sich mit seinem Facebook-Profil bei der App an. Nach dem Zufallsprinzip werden ihm Freunde angezeigt, über die Fragen beantwortet werden müssen. Zum Beispiel: „Wie findest du den Style von Annika Müller?“ oder: „Steht Thomas Peters zu seinem Wort?“ Je nachdem, was er sagen will, kann der Nutzer nach links oder rechts wischen, Antwortmöglichkeiten sind ja oder nein, gut oder schlecht.

Um herauszufinden, was andere über einen denken, braucht man dann einen der Joker. Das ist eine Art Bonuskarte, die zwischendurch im Feed des Nutzers auftaucht und mit der er die Antworten von anderen über sich selber freischalten kann. Diese Antworten sind nicht öffentlich und nur für den jeweiligen User zu sehen.

In Zukunft sollen Nutzer auch eigene Fragen erstellen können, erzählt Schmidt. Ein Problem für die App könnte dabei Mobbing werden, wenn junge Menschen dazu eingeladen werden, sich gegenseitig zu beurteilen. „Im Grunde ist das Konzept ähnlich wie etwa das von Jodel oder anderen Community-getriebenen Apps“, sagt der Gründer. „Bei uns wird der Name des Fragenden angezeigt und kann – bei unangebrachten Fragen – gemeldet werden.“ Außerdem werden Fragen mit bestimmten Wörtern – wie etwa „Arsch“ – herausgefiltert. „Wir versuchen auch, unsere Fragen möglichst positiv und lustig zu gestalten, so dass Mobbing keinen Platz findet“, fügt Schmidt hinzu.

Gegründet hat er die Gesellschaft hinter Whocares mit Enes Kaya und Mike Sukola im November 2016. Die iOS- und Android-Apps sind nun seit etwa zwei Wochen live. Seitdem verzeichneten die Gründer nach eigenen Angaben 600 Downloads. Bereits vorher testeten sie das Konzept auf der Facebook-Seite von Whocares.

Geld verdienen wollen die Unternehmer, indem sie die gewonnenen Daten verkaufen. So kann sich Schmidt vorstellen, dass Firmen Fragen kaufen, die im Feed der Nutzer auftauchen. Diese Antworten werden dann an die Kunden des Startups weitergeleitet. „Allerdings werden sie anonymisiert weitergegeben, sodass keine Rückschlüsse auf die einzelnen Personen gezogen werden können“, sagt der Mitgründer Schmidt. Auch Medien könnten demnach ihre eigenen Fragen einspielen und diese für Umfragen nutzen.

Vom Next Media Accelerator, dem Startup-Angebot der Nachrichtenagentur dpa, bekam Whocares 50.000 Euro. Der Accelerator hält nun zehn Prozent am Startup, die drei Gründer sind im Besitz der restlichen Anteile.

Bild: Whocares