Wie schreibe ich eine Initiativbewerbung?

Initiativbewerbung und Blindbewerbung – was ist was?

Die Initiativbewerbung ist eine besondere Form der Bewerbung, da sie erfolgt, ohne Bezug auf eine vorher veröffentlichte Stellenausschreibung zu nehmen. Nichtsdestoweniger ist sie von vielen Arbeitgebern gern gesehen, da eine Initiativbewerbung beweist, dass der Bewerber seine Karriere nicht dem Zufall überlässt und besonders großes Interesse an einem bestimmten Unternehmen hat.

Eine Initiativbewerbung ist individuell auf den Wunscharbeitgeber angepasst und sollte nicht so klingen, als könnte sie sich an jedes beliebige Unternehmen richten. Nicht zu verwechseln ist die Initiativbewerbung mit der Blindbewerbungen, bei der es sich um ein Universalschreiben handelt, die an verschiedenste Arbeitgeber gleichzeitig geschickt wird. Von dieser Form der Bewerbung ist abzuraten.

Besonders wichtig: Die Vorbereitungsphase

Vorbereitung und Recherche sind bei der Initiativbewerbung das A und O und stellen den aufwendigsten Teil deiner Bewerbung dar. Um erfolgreich zu sein, muss der Bewerber mit dem angeschriebenen Unternehmen sehr gut vertraut sein – besser noch als bei herkömmlichen Bewerbungen, da man weniger spezifisch auf die besonderen Anforderungen einer Stellenausschreibung eingehen kann.

Viele Unternehmen geben bereits auf ihren Karriereseiten Auskunft, ob Initiativbewerbungen erwünscht sind oder nicht. Bei Unsicherheit und solange eine Telefonnummer angegeben ist, ist es auch nicht verkehrt, sich im Vorfeld telefonisch zu erkundigen und so direkt einen ersten Kontakt zum Unternehmen aufzunehmen.

Ein Telefonanruf, eine kurze Mail oder eine Nachricht via Xing oder LinkedIn sind hilfreich, um schon einmal einen Ansprechpartner bestimmen zu können und Interesse an der eigenen Person zu wecken. Auch das Besuchen von Events des Wunschunternehmens oder vorherige Praktika in der Firma sind günstige Gelegenheiten, um in ersten Kontakt mit möglichen Entscheidern zu treten.

Nach der ersten Kontaktaufnahme ist es empfehlenswert, nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen, bevor du die Initiativbewerbung versendest. Ansonsten riskierst du leicht, in Vergessenheit zu geraten.

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Das Anschreiben verfassen

Du hast einen ersten Kontakt hergestellt und dir Gedanken gemacht, in welchem Bereich du gerne arbeiten würdest. Wir empfehlen als „Betreffzeile“ im Anschreiben die Wunschbereiche auch direkt zu erwähnen; So kann dich der Personaler schneller im IT-, Marketing- oder Grafikbereich einordnen. Danach gilt es, große Mengen an Informationen über deinen Wunscharbeitgeber zu sammeln und anschließend zu eruieren, in welche Märkte das Unternehmen zum Beispiel expandieren kann oder welche neuen Produkte entwickelt werden.

Besonders der erste Satz des Initiativanschreibens ist wichtig. Nimm gegebenenfalls Bezug auf deinen ersten Kontakt mit dem Unternehmen und wecke dadurch gleich das Interesse des Personalers. Außerdem sollte auch hier direkt klar werden, warum du wirklich genau bei diesem Unternehmen arbeiten möchtest.

Das Anschreiben sollte verdeutlichen, was für einen Mehrwert du dem Unternehmen liefern kannst und darüber hinaus einen Zusammenhang zwischen deinen Kenntnissen und Fähigkeiten und dem angeschriebenen Unternehmen herstellen. Nimm ganz konkret Bezug auf den Arbeitgeber und präsentiere dich authentisch und selbstbewusst.

Wichtig bei einer Initiativbewerbung ist, dass du mehrere Facetten von dir präsentierst. Da es kein Anforderungsprofil für die Stelle gibt, sollte in einer Initiativbewerbung besonders ausführlich auf die eigenen Fertigkeiten eingegangen und erläutert werden, inwieweit die für dich neu geschaffene Position dem Unternehmen von Nutzen ist.

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Den Lebenslauf individuell anpassen

Ja; auch dein Lebenslauf sollte an deine Wunschposition ausgerichtet sein und entsprechend nur die für das Unternehmen und die Stelle relevanten Punkte deiner Karriere beinhalten. Der Lebenslauf sollte einen Umfang von zwei Seiten nicht überschreiten, bei wenig Berufserfahrung reicht eine Seite.

Die Initiativbewerbung versenden

Der Versand per E-Mail ist am unkompliziertesten für Sender und Empfänger und damit empfehlenswert – es sei denn, das Unternehmen besteht auf postalisch zugesendete Unterlagen. Die Mail versendest du an den zuvor recherchierten Ansprechpartner, zu dem du bestenfalls bereits vorher Kontakt aufgenommen hast. Sammeladressen wie info@firma.de solltest du in jedem Fall meiden. Achte außerdem darauf, dass du die Nachricht von einem Account mit seriöser E-Mail-Adresse abschickst und deine Signatur auf dem aktuellen Stand ist.

Den begleitenden Text solltest du kurz und gleichzeitig interessant halten. Der Betreff der E-Mail ist ebenfalls zu überdenken – wähle eine präzise Formulierung, die zu deinem Schreiben passt. Last but not least: Denke auf jeden Fall daran, deine Unterlagen als Anhang hochzuladen. Tipp hierzu: Fasse alle Dokumente in einer PDF-Datei zusammen, die nicht größer als fünf Megabyte ist.

Und jetzt heißt es: Geduldig sein. Bei einer Initiativbewerbung ist dem Unternehmen aufgrund des irregulären Verfahrens keine Frist zur Entscheidung gesetzt. Falls auch nach mehreren Wochen nichts zu hören ist, darfst du aber durchaus nachfragen.

imageDieser Artikel erschien zuerst auf Dein-Lebenslauf.

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