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Gründer und Vorstandsmitglied von Windeln.de: Alexander Brand

Der Onlinehändler Windeln.de hat im zweiten Quartal 2017 einen Umsatz von knapp 55 Millionen Euro erzielt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einer Steigerung von knapp 22 Prozent. Die Ebit-Marge hat sich leicht verbessert, bleibt aber deutlich negativ: Sie lag bei minus 10,5 Prozent, was minus 5,7 Millionen Euro entspricht (Vorjahreszeitraum: minus 14 Prozent).

Der chinesische Markt ist für den Babyartikel-Shop aus München besonders wichtig. Im zweiten Quartal dieses Jahres setzte Windeln.de dort etwa 27 Millionen Euro um, was einem Anstieg von 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. 2016 hatten regulatorische Änderungen in China bei Windeln.de einen Umsatzrückgang verursacht, was die Aktionäre verunsichert und zu einem Kurssturz geführt hatte. In seiner aktuellen Mitteilung will Windeln.de nun beruhigen: „Mittlerweile überzeugt das China-Geschäft wieder durch kontinuierliches Wachstum“, heißt es.

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Insgesamt hat der Onlinehändler im ersten Halbjahr 106,5 Millionen Euro umgesetzt. Allein 51 Millionen wurden dabei in China erwirtschaftet, 24 Millionen in der DACH-Region und 31 Millionen Euro im sonstigen europäischen Geschäft. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen lag in dem Zeitraum bei minus 13 Millionen Euro.

Hinter Windeln.de liegen turbulente Monate der Umstrukturierung: Vergangenen Sommer musste das Unternehmen 100 Mitarbeiter entlassen, mehr als 20 Prozent der Beschäftigten. Der Shopping-Club Nakiki wurde komplett eingestellt, Windeln.de senkte außerdem seine Umsatzerwartungen. Seitdem kommt der Aktienpreis des Unternehmens nicht aus dem Keller: Er liegt weit unter dem Ausgabepreis von 18,30 Euro und notiert derzeit bei 3,30 Euro (Stand: 11 Uhr). Nach dem Bekanntwerden der Zahlen am Mittwochmorgen ist der Preis zunächst gesunken, die Aktionäre konnten die Geschäftszahlen nicht überzeugen.

„Eine profitable Entwicklung steht für uns weiterhin an erster Stelle“, lässt sich Alexander Brand, Gründer und Vorstandsmitglied von Windeln.de, zitieren. Das Unternehmen treibe daher derzeit auch den Umzug des zentralen Warenlagers von Berlin nach Osteuropa voran. Der Sparkurs setzt sich also fort.

Bild: Windeln.de