Tyler Winklevoss and Cameron Winklevoss

Tyler und Cameron Winklevoss haben offenbar zur richtigen Zeit in Bitcoin investiert.

Der rasante Kursanstieg der Kryptowährung Bitcoin macht viele frühe Investoren zu Millionären – zumindest in den Speichern der am Bitcoin-Netzwerk beteiligten Computer. Einen neuen Meilenstein können nun zwei einstige Kommilitonen und Gegner von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg für sich verbuchen: Die Zwillinge Tyler und Cameron Winklevoss seien Bitcoin-Milliardäre. Das meldet die britische Zeitung „Telegraph“: Die Brüder hatten demnach 2013 elf Millionen Dollar in Bitcoin investiert.

Der Kurs schwankte in dem Jahr extrem – zwischen gut 70 Dollar im Juli 2013 und über 900 Dollar im November 2013. Je nach Einstiegskurs ist das Investment der Brüder nun mindestens gut 100 Millionen Dollar, maximal aber 1,8 Milliarden Dollar wert.

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Fraglich ist jedoch, ob sie ihre Bitcoins zu diesen Rekordkursen auch verkaufen könnten. Denn der Bitcoin ist noch immer großen Schwankungen unterworfen: Vergangene Woche fiel der Umrechnungskurs der Kryptowährung innerhalb eines Tages von über 11.000 auf gut 9000 Dollar aufgrund von Gerüchten über eine Sicherheitslücke bei einer digitalen Handelsplattform. Auch ein Massenverkauf mit Volumina von über 100 Millionen Dollar würde den Kurs schlagartig in die Knie zwingen.

Doch die Winklevoss-Brüder denken ohnehin nicht daran zu verkaufen: Kryptowährungen seien „eine bessere Wertanlage als Gold“ kommentierten die Brüder die Kursrallye. 2015 hatten die beiden Internet-Unternehmer die Bitcoin-Börse „Gemini“ gegründet, um vom Boom der Kryptowährungen zu profitieren.

Der reichste Mann im Bitcoin-Universum ist sein Erfinder

Ihr Startkapital hatten sich die beiden Investoren 2009 vor Gericht von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg erstritten: Die Zwillinge, die mit Zuckerberg zusammen in Harvard studiert haben, hatten ihn des Ideenklaus bezichtigt – und in einem nicht öffentlichen Vergleich US-Medienberichten zufolge 65 Millionen Dollar von Zuckerberg kassiert.

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Die Brüder sind nicht die Einzigen, die dank des Hypes zu unverhofftem Reichtum kommen: Diverse Jedermann-Investoren, die rechtzeitig Geld in die Währung gesteckt haben, dürften dem Bitcoin-Vermögen der Winklevoss-Brüder zumindest nahekommen: Bitcoin-Pioniere wie Jered Kenna, Charlie Shrem oder Tony Gallipi, die bei Bitcoin-Kursen unter 1 Dollar einstiegen, verraten nicht genau, wie viele Bitcoins sie noch halten.

Eventuell könnten sie jedoch die Zwillinge noch übertreffen – und sich darüber ausschweigen, etwa um hohe Steuernachzahlungen in harten Dollar zu vermeiden. Der reichste Mensch im Bitcoin-Universum jedoch bleibt namenlos: Der anonyme Erfinder des Bitcoin, der seine Idee im Jahr 2008 unter dem Codenamen Satoshi Nakamoto veröffentlicht hatte, hält laut Analysen der sogenannten Blockchain – also des Datensatzes, in dem alle Transaktionen gespeichert werden – noch immer gut 1,1 Millionen Bitcoins.

Das wäre nach aktuellem Kurs ein ungehobener Schatz im Wert von 11 Milliarden Dollar. Doch niemand weiß genau, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt – zu Geld gemacht hat der anonyme Kryptoexperte seinen Bitcoin-Berg jedenfalls noch nicht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Welt.de.

Bild: Getty Images / Karwai Tang / Contributor