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„Enamora und 7Trends (müssen) fusionieren“ titelte Gründerszene im Januar diesen Jahres. Mittlerweile ist die Zusammenlegung abgeschlossen und wie sich zeigt, führte das neue Doppel-Unternehmen im April 2010 eine Finanzierungsrunde durch, bei der Wursthändler Reinhold Zimmermann (Zimbo) eingestiegen ist.

Reinhold Zimmermann finanziert Enamora und 7Trends

Erst vor zwei Wochen hatte Gründerszene berichtet, dass Reinhold Zimmermann beim Nischenshop-System FP Commerce eingestiegen ist, nun legt der Wurst-Macher nach und beteiligt sich auch an Enamora (www.enamora.de) und 7Trends (www.7trends.de). Von Wienern und Frankfurtern ist der Sprung zu Wäsche und Fashion ja auch denkbar klein – die Pelle macht eben den Unterschied. Für Zimmermann, der die Geschicke des deutschen Fleisch- und Wurstwarenherstellers Zimbo mit Sitz in Bochum leitete, dürfte es sich auch hier um eine reine Diversifizierungsanlage handeln.

Auch bei FP Commerce investierte Reinhold Zimmermann über die Zimmermann Beteiligungen GmbH & Co. KG (an der neben Reinhold Zimmermann auch noch andere Gesellschafter wie etwa die Familie Zimmermann beteiligt sein können) und erhielt dort zwölf Prozent der Anteile. Bei Enamora und 7Trends hat Zimmermann mit 20 Prozent sogar ein Fünftel der Anteile an dem Doppelunternehmen erhalten. Ob nach der notwendigen Zusammenlegung der beiden Portale jedoch eine hohe Bewertung zustande kam, dürfte fraglich sein. Diese ist jedoch ebenso unbekannt wie die Höhe der Finanzierungsrunde selbst.

Bei Investments wie dem von Wursthersteller Zimmermann wird in Branchenkreisen häufig etwas abfällig von „dummem Geld“ gesprochen. Denn ein eher branchenferner Investor wie Reinhold Zimmermann ist vor allem an einer sinnvollen Gesamtvermögensallokation interessiert, während es dem Managementteam des betreffenden Unternehmens darauf ankommt, Liquidität ohne einen zu großen täglichen Rechtfertigungsaufwand zu erhalten. Die Diversifizierung von Vermögensanlagen trifft auf stressfreie Kapitalakquise.

Zur Entwicklung von Enamora und 7Trends

Der Onlineshop 7Trends wurde 2008 von Jochen Heemann und Sebastian Sieglerschmidt gegründet und kleidet seit Januar letzten Jahres deutsche Kundinnen mit der entsprechenden Wunschwäsche im mittleren Preissegment ein. Enamora beging seinen offiziellen Launch im August 2008 und wurde von Tu-Lam Pham und Zouhair Belkoura gegründet. Als Hauptinvestoren sind bei beiden E-Commerce-Shops Rocket Internet (www.rocket-internet.de), der Inkubator der Jamba-Brüder Marc SamwerOliver Samwer und Alexander Samwer, sowie Holtzbrinck Ventures (www.holtzbrinck-ventures.com) aktiv.

Im Januar mussten Enamora und 7Trends zusammengelegt werden, weil die Ecommerce-Strategie von Rocket Internet vermutlich neu bewertet und so eine Zusammenlegung erforderlich wurde. Im Ecommerce-Segment fokussiert sich der Berliner Inkubator momentan primär auf den Schuhshop Zalando. Damals hieß es von 7Trends-Gründer Sebastian Sieglerschmidt: “Aus operativer Sicht ist ein solcher Schritt mehr als sinnvoll: Beide Unternehmen nutzen für ihren Internet-Shop weitgehend die gleiche Technologie und ähneln sich auch in den Geschäftsabläufen.“

Die „Verlierer“ dieser Zusammenlegung dürften die Enamora-Macher Zouhair Belkoura und Tu-Lam Pham sein, die nach vormals 13 bzw. zwölf Prozent an Enamora nun nur noch jeweils ein Prozent am neuen 7Trends-Enamora-Verbund halten. Sebastian Sieglerschmidt und Jochen Heemann verfügen über jeweils 13 Prozent – neun Prozent weniger als noch bei 7Trends, während Rocket Internet nach der Finanzierungsrunde seine Anteile auf 35 Prozent (vorher 43 Prozent an 7Trends, 53 Prozent an Enamora) senkte. Holtzbrinck Ventures verfügt beim neuen Doppelunternehmen über 16 Prozent (vorher 14 Prozent an 7Trends, 21 Prozent an Enamora). Das frische Kapital dürfte nun für den weiteren Ausbau beider Plattformen genutzt werden.

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Bildmaterial: Ronnieb, Alvimann