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WWDC 2014 und die Bedeutung für Startups

Viel Software, keine Hardware – so präsentierte sich Apple am Montag Morgen um 9:00 Uhr Ortszeit in San Francisco. Neben den Veränderungen im nächsten Mac OS X und iOS, die dem Endnutzer förmlich ins Auge springen, sind es aber vielmehr die über 4.000 Veränderungen unter der Haube, die ungeahnte neue Möglichkeiten für neue Apps, Anwendungen, Effizienzgewinne und Monetarisierungsmöglichkeiten bieten.

Alljährlich stellt Apple in San Francisco auf der weltweit wichtigsten Entwicklerkonferenz WWDC neue Produkte vor. Von Jahr zu Jahr stellt sich die Frage, in wie weit unser aller Branchenprimus nach dem verschwinden der Ikone Steve Jobs noch innovationsfähig ist und in den kommenden Jahren sein wird. Innovation – das bedeutete bei Apple über viele Jahre vor allem eines: Hardware. The Next Big Thing wurde gleichgesetzt mit iPod, iPhone und Co.

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Doch 2014 sieht die Welt anders aus. Keine iWatch, kein neues iPhone. Nur Software. Diese wird hübscher und leistungsfähriger. Mit Mac OSX, Yosemite und iOS8 wird es uns nicht langweilig werden. Vieles wird einfacher und durchdachter. Einige neue Funktionen wie zum Beispiel verbesserte Suche oder ein Dropbox-Klon, genannt iCloud Drive, könnten echte Konkurrenz für etablierte Anbieter darstellen. Im letzten Jahr war das iBeacon-Protokoll Apples Geheimwaffe für den lokalen Einzelhandel. 2014 sind da auch Features wie Continuity, Home Kit, Health Kit, verbessertes Siri, Testflight, Inter-App-Kommunikation und die neue Programmiersprache Swift, die Verbesserungen darstellen, welche weit über einfache neue Hardware hinausgehen und das Potenzial haben, die Branche zu verändern.

Continuity

Man stelle sich einen Science-Fiction-Film vor. Der Protagonist steht vor einem Bildschirm. Mit einer plötzlichen Fingerbewegung zieht er ein vor sich an die Wand projiziertes Video auf sein Smartphone. Wieviel einfacher wäre die Welt, wenn man seinem Gesprächspartner einfach eine Datei auf diese Weise auf sein Tablet oder seinen Rechner ziehen könnte? Willkommen in 2014! Willkommen bei Apple! Mit iOS 8 und Yosemite wird eine magische Integration wie im besten Science-Fiction-Film möglich. In Zukunft vielleicht sogar in ihrer Lieblings-App verfügbar, sofern es von den Entwicklern eingebaut wird. Das ganze basiert natürlich, wen würde es wundern, auf iBeacon.

Home Kit

Die Kontrolle per iPhone über Licht, Heizung, Türschlösser und vieles mehr. Jahrelang scheiterte eine einheitliche Home Automation an einem gemeinsamen Standart mit dem es Geräten möglich werden sollte miteinander zu kommunizieren. Nun wird es eine iPhone-Plattform geben, auf der alles zusammen findet. Dank iBeacon kann das Smartphone nun mit dem Umgebung kommunizieren. Aufgepasst: jedes Startup in diesem Bereich sollte versuchen an das neue, sich noch unter Verschluss befindliche, Beta-Programm zu gelangen. Denn selbst die offizielle Apple-Dokumentation dazu ist nur eine halbe Seite lang.

Health Kit

Endlich. Eine offizielle App in der alle Daten von Körperfettwaagen, Fitness-Armbändern, Blutdruckmessgeräten und weiterem Zubehör zusammenfließen können. Voraussetzung auch hier: Die Entwickler der jeweiligen Fitness-Apps müssen ihre Apps erweitern.

Verbessertes Siri

Siri hört uns jetzt zu. In Verbindung mit anderen Apps und Hardware zum Beispiel im Bereich Home Kit wird einem die Haustür aufs Wort gehorchen.

Inter-App-Kommunikation

Fotos und Texte zwischen beliebigen kompatiblen Apps austauschen – damit wird vieles einfacher und App-Publisher werden sich über eine gesteigerte App-Nutzung freuen.

Testflight

Als App-Publisher hat man viel zu tun. Unter anderem auch, neue Apps mit Kunden zu testen. Das war bisher sehr umständlich. Ab jetzt hat Apple Testflight eingeführt und diesen Prozess radikal vereinfacht. Das Resultat: Kürzere Testzyklen.

Metal

Spielehersteller können nun für das iPhone Games entwickeln, die Konsolen in nichts nachstehen. Apple hat die Grafik-Power durch den Wegfall von überflüssigen Schnittstellen vervielfacht.

Swift. Das beste zum Schluss.

iOS und Mac Apps wurden bisher in Objective C programmiert. Diese Sprache ist im Vergleich zu dem was unter Windows und Google-Smartphones verwendet wird mehr als angestaubt. Die Fehlersuche ist komplex und zeitaufwendig. Apple arbeitete seit Jahren im Geheimen an einem Update. Das Resultat sieht aus wie die Web-Programmiersprache Javascript. Einfach erlernbar, schnell in der Umsetzung. Startups können nun noch günstiger tolle Apps bauen.

Fazit

Apple bleibt seiner Strategie treu, wie auch schon in den letzten Jahren mit iBeacon. „Ermögliche einer ganzen Branche die bestehende Plattform durch neue coole Apps wertvoller zu machen!“ Und die Branche freut sich. Neue Features bedeuten eben auch neue Apps.

Bild: Sensorberg