Young woman sitting at desk, using laptop

Xing ist ein wichtiges Karrierenetzwerk und deutsches Vorzeige-Internetunternehmen. An der Börse ist die Firma 1,2 Milliarden Euro wert – und gegen dumme Algorithmen trotzdem nicht gefeit.

Das hat die Bloggerin Lisa Ringen festgestellt. Sie erklärt auf Marketing-madam.de, wie die Suchfunktion des Netzwerks Nutzerinnen ausgrenzt. Sucht man beispielsweise nach „Fotograf“ oder „Redakteur“, dann werden dem Nutzer nur männliche Experten angezeigt. Um Frauen sehen zu können, muss die weibliche Berufsbezeichnung eingegeben werden: „Fotografin“ oder „Redakteurin“. 

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Diese Regel dürfte den meisten Xing-Mitgliedern unbekannt sein, kritisiert Ringen. Beim Scrollen durch die Ergebnisliste manifestiere sich also der Eindruck, Männer seien die erfolgreicheren und kompetenteren Spezialisten. „Dem Ranking nach wäre dies der logische Schluss, denn schließlich dominieren männliche Profile die angezeigten Top-Suchergebnisse“, so Ringen.

Auf Nachfrage von Gründerszene gibt Xing zu: „Die geäußerte Kritik ist nachvollziehbar und wir gehen das Thema mit unseren Entwicklern schnell an.“ Das Unternehmen erklärt allerdings nicht, ob die Suche bewusst so konzipiert wurde und ob das Problem bereits bekannt war.

Letzteres zumindest scheint tatsächlich der Fall zu sein: Eine weitere Bloggerin schrieb bereits vergangenen September über die Benachteiligung bei der Xing-Suche. Sie habe auch schon 2015 bei einem Event darauf aufmerksam gemacht. Auch andere Nutzer bleiben skeptisch:

Bild: Cultura RM Exclusive/Stefano Gilera