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Rockmelt ist Nummer 21 der Yahoo-Zukäufe

Black Jack! Am Wochenende hat Yahoo-Chefin Marissa Mayer das 21. Startup gekauft. Mit der Übernahme von Rockmelt holt sich der Internetriese vor allem Know-how im Bereich Social Media dazu. Der Kaufpreis soll zwischen 60 und 70 Millionen US-Dollar liegen und reiht sich in eine beachtliche Liste von Zukäufen des Internetriesen an.

Auffällig dabei ist, dass in den meisten Fällen nicht die Produkte, sondern vielmehr das Know-how des Teams im Mittelpunkt gestanden haben. Den Bieterwettstreit um den Videodienst Hulu hatte man DirectTV, AT&T/Peter Chernin und Time Warner Cable überlassen. Derzeit sollen die Gebote für das zu Disney, Comcast und News Corp gehörende Unternehmen bei über einer Milliarde US-Dollar liegen.

Video und Werbung als nächstes?

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Gleichermaßen wird bei Yahoo bei Nummer 21 kaum Schluss sein. Insbesondere im Werbebereich hat das Unternehmen noch erheblichen Nachholbedarf – insbesondere Facebook und Twitter hatten hier zuletzt gute Fortschritte gemacht, Google als Marktschwergewicht entwickelt ebenfalls kontinuierlich weiter. In Zeiten steigender Beliebtheit von Videoinhalten würden auch weitere Investitionen in entsprechende Technologien kaum überraschen. Dass gerade im Videobereich auch noch erhebliches Potenzial hinsichtlich Werbung besteht, führt beide Bereiche elegant zusammen.

Abseits von Spekulationen hier nun eine Liste aller Unternehmen, die Yahoo unter Marissa Mayer bereits übernommen hat – und wie die Produkte und Teams in den Internetkonzern eingebunden wurden:

Stamped: knapp 6 Millionen US-Dollar

Stamped ist eine iPhone-App, über die sich Freunde zu Dingen austauschen können: Restaurants, Bücher, Filme oder auch andere Apps. Das – wie Mayer selbst – in großten Teilen vom Wettbewerber Google stammende Team wurde in das New Yorker „Mobile Engineering“-Team eingegliedert, Stamped selbst wurde eingestellt.

OnTheAir: knapp 6 Millionen US-Dollar

Eine Videochat-App ähnlich Google Hangout. Auch hier wurde die App selbst eingestellt und das Team eingegliedert – allerdings nicht in New York, sondern ins Mobile-Büro in San Francisco.

Snip.it: 10 Millionen US-Dollar plus Earnouts

Ein Tool zum Sammeln und Austauschen von Web-Snippets und Nachrichten – ganz nach der Machart von Pinterest. Alle bis auf einen Mitarbeiter des zehnköpfigen Teams wechselten zu Yahoo.

Alike: knapp 10 Millionen US-Dollar

Über die App können Nutzer nahegelegene Veranstaltungsorte anhand ihrer Interessen finden. Auch hier ging Yahoo nach dem bekannten Muster vor: Das Team wurde ins kalifornische Sunnyvale-Büro integriert, die App selbst eingestellt. Hartnäckig hatten sich sich zuvor Gerüchte gehalten, dass Yahoo an Foursquare interessiert gewesen sei.

Jybe: knapp 10 Millionen US-Dollar

Die App passt inhaltlich zu Stamped und Alike: Nutzer bekommen Veranstaltungstipps und Restaurantempfehlungen anhand persönlicher Präferenzen. Interessant bei dem Deal: Alle fünf Teammitglieder stammen ursprünglich von Yahoo – und sollen nun Targeting und Personalisierung von Yahoos eigenen Produkten verbessern.

Summly: geschätzte 30 Millionen US-Dollar

Mit dieser Übernahme machte Yahoo Schlagzeilen: Gegründet von einem 17-Jährigen sammelt die App automatisch Nachrichtenartikel und stellt sie in Kurzszusammenfassungen dar. Nick D’Aloisio arbeitet nun im New Yorker Büro.

Astrid: unbekannte Summe

Die Todoroo Inc. bot mit Astrid eine App für Email-Management To-Do-Listen an. Lauffähig auf iPhone, Android und Windows 7 wurde das Angebot kurz nach der Übernahme durch Yahoo eingestellt. Das Team wurde in Yahoo’s Mobil-Arbeitsgruppe eingegliedert.

MileWise: unbekannte Summe

Tool zum Einberechnen von Bonuspunkten, sei es bei Airlines, Hotels oder anderen Programmen, um die günstigsten Flüge zu finden. Die App wurde nach der Übernahme eingestellt, das Team in Yahoos New Yorker Büro integriert.

GoPollGo: unbekannte Summe

Abstimmungstool, das direkt in Webseiten integriert oder bei Twitter oder Facebook eingebunden werden kann. Die App wurde eingestellt, für das Drei-Mann-Team gab es einen Büroplatz im sonnigen Sunnyvale.

Loki Studios: unbekannte Summe

Das Gamestudio baute personalisierte Elemente wie das lokale Wetter in den Spielverlauf ein. Lokis Angebot wurde eingestellt, das sienköpfige Team arbeitet nun ebenfalls im Mobile-Team bei Yahoo.

Tumblr: 1,1 Milliarden US-Dollar

Es ist mit Abstand das größte Yahoo-Investment unter der Leitung von Marissa Mayer: das Microblogging-Netzwerk verweist auf 300 Millionen monatliche Nutzer. Anders als beim Groß der anderen Zukäufe arbeitet Tumblr weiterhin als unabhängiges Unternehmen weiter.

PlayerScale: unbekannte Summe

Das 2011 gegründete PlayerScale bot Tools für Spieleentwickler an, um etwa Bestenlisten und virtuelle Währungen auf mehreren Plattformen einzubinden. Das Drei-Mann-Team bietet weiterhin die gleichen Dienste an, neue soll es bald geben.

GhostBird Software: unbekannte Summe

Fotografie mit dem Smartphone: KitCam und Photoforge2 wurden eingestellt, die vier Mitarbeiter arbeiten nun bei Yahoos Flickr-Team.

Rondee: unbekannte Summe

Rondee war ein kostenloser Online-Konferenz-Dienst. Die Plattform wurde eingestellt, das Team in die Business-Abteilung von Yahoo integriert.

Bignoggins: unbekannter Preis

Jerry Shen entwickelte im Alleingang Apps, mit denen Fantasy-Sportteams organisiert werden können – und das über die konkurrierenden Plattformen von Yahoo, ESPN oder der NFL hinweg. Das Angebot wurde eingestellt, die Funktionalitäten sollen in Yahoos offiziellem Angebot Einzug finden.

Qwiki: geschätzte 40 bis 50 Millionen US-Dollar

Die iPhone-App für kurze Videofilme wird weiterhin angeboten – sie soll sicherlich eine Antwort auf Twitters Vine sein, auch Instagram hat zwischenzeitlich sein Angebot auf Video ausgeweitet.

Xobni: 30 bis 40 Millionen US-Dollar

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Inbox rückwärts: Die Anwendungen des Unternehmens aus San Francisco analysieren die Kontakte, mit denen der Nutzer über Telefonat, SMS, E-Mail, Facebook und Twitter in Verbindung steht, und generiert daraus ein Adressbuch. Naheliegend: Das Produkt wurde in Yahoo Mail integriert, auch das Team wechselte in die zuständige Yahoo-Abteilung.

Ztelic: unbekannte Summe

Das achtköpfige Team des gerade ein Jahr alten Startups, das soziale Daten anaylsierte, wurde in Yahoos F&E-Team in China eingegliedert.

Admovate: unbekannte Summe

Auch Yahoo finanziert sich durch Werbung – mit dem Team des erst 2012 gegründeten Advovate, welches das Display-Advertising-Team erweitert, holte sich der Internetkonzern weiteres Wissen zu mobilem Targeting ins Haus, das bei den hauseigenen Werbeplattformen Apt, Genome und Right Media Anwendung finden soll.

Lexity: unbekannter Preis

Vor wenigen Tahen kaufte Yahoo die E-Commerce-Firma Lexity zu, die 2009 vom ehemaligen Yahoo-Produktmanager Amit Kumar gegründet wurde. Sie bezeichnet sich selbst als “zentrale Anlaufstelle für E-Commerce-Services” und bietet neben einem eigenen App Store auch Marketing-Apps, die Online-Händlern beim Steigern ihrer Verkäufe helfen sollen – und das soll vorerst auch so bleiben.

Rockmelt: geschätzte 60 bis 70 Millionen US-Dollar

Im Jahr 2009 gegründet wollte Rockmelt einen sozialen Webbrowser auf Basis von Googles Chrome entwickeln. Das Projekt wurde im April eingestellt, stattdessen wurde eine Social-Media-App für iOS, Android und Windows 8 angeboten. Auch diese werden nun eingestellt, das Team wird eingegliedert.

Bild: NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen Bestimmte Rechte vorbehalten von Giorgio Montersino