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Fehler beim Übertragen der Qype-Profile zu Yelp?

Seit zwei Wochen ist die Bewertungsplattform Qype nun eingestellt – und wie Internet World Business bemerkte, häufen sich nun zunehmend die Beschwerden. Es hapert an der versprochenen Integration der ehemaligen Qype-Beiträge in Yelp, welches Qype im Oktober 2012 übernommen hatte. Mehr als zwei Millionen davon hatten Nutzer seit der Qype-Gründung 2005 hinterlassenen, Händler und Dienstleister hatten über Jahre ihre Bewertung gepflegt. Das Rating kann dabei durchaus Geschäfts-existentiell sein, führen fünf Sterne im besten Fall zur Listung auf Seite eins der Suchergebnisse, mit einem Stern verschwindet das eigene Geschäft in der Masse.

Umso empörter reagieren Unternehmen und Nutzer nun darauf, dass auf Yelps Seite Unstimmigkeiten bei der Filterung der Alteinträge zu einer massiven Verschlechterung der Bewertung zu führen scheinen. So werden alte Qype-Einträge in großer Zahl nicht übernommen, und es gibt weitere Beschwerden:

Im Münchener Yelp-Forum ist zu lesen: „Bei meinem Unternehmen sind von 17 Bewertungen nur eine negative übrig geblieben. Der Rest wurde gefiltert. Sprich, ich bin von bei Qype mit 4-5 Sternen auf einen Stern runtergerutscht.“ Und ein anderer berichtet: „Von Qype kamen ausschließlich die schlechten (Bewertungen) dazu, obwohl wir viele Fünf-Sterne-Bewertungen von Profi-Qypern mit vielen Beiträgen hatten. Aber die sind nun alle im Filter.“ Klar wird in den Diskussionen auch, dass ehemalige Qype-Premiumpartner vom Problem genau so betroffen sind.

Neben den Integrations-Schwierigkeiten gibt es auch massive Kritik an der Yelp-Kommunikation. Einzig über ein Webseiten-Formular ist Kontakt möglich, hier wird auf Überlastung und eine zweiwöchige Bearbeitungszeit verwiesen, telefonische Erreichbarkeit besteht nicht. In einer Stellungnahme einer Yelp-Community-Managerin heißt es, der Filter sei durch den Datentransfer noch nicht richtig eingestellt, würde nachjustiert.

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Ein in den letzten Tagen viel zur Yelp-Thematik konsultierter IT- und Medienrechtsanwalt tut den Verweis auf die Lernfähigkeit des Filters als Standardantwort ab. Gegenüber um Rat fragenden Klienten muss er auf die nicht-feste Rechtsgrundlage verweisen, sieht jedoch einen Anspruch auf korrekte Darstellung. Dagegen werde verstoßen, wenn ein verzerrter Eindruck vom Unternehmen durch die inkorrekte Wiedergabe vorhandener Bewertungen entstehe. Er geht noch einen Schritt weiter und nährt Spekulationen: Es dürften eben nicht vorsätzlich positive Kriterien herausgefiltert werden, schon gar nicht, wenn Yelp damit einen Anreiz für die Premiumitgliedschaft zu setzen versuche.

Angesicht Yelps-Zurückhaltung muss ein eventuelles Nachjustieren der Filter abgewartet werden, auf dem Weg zum ersehnten Durchbruch auf dem deutschem Markt scheint sich Yelp jedoch gerade selbst Steine in den Weg zu legen.

Habt ihr eigene Erfahrungen zur Yelp-Integration? Hinterlasst sie gerne als Kommentar.

 Bild: Bestimmte Rechte vorbehalten von CarlosBaquero