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Zalando-IPO könnte noch 2014 kommen

Zalando straft viele Gerüchtemacher Lügen: Das Unternehmen bereitet einen Börsengang im Regulierten Markt – dem sogenannten Prime Standard – der Frankfurter Wertpapierbörse vor. Oft war zuvor gemunkelt worden, der Online-Versender habe den unregulierten Markt als Ziel.

Abhängig vom Börsenumfeld soll der IPO im zweiten Halbjahr 2014 stattfinden. Das Unternehmen strebt nach eigenen Angaben eine Platzierung von 10 bis 11 Prozent seines Eigenkapitals (nach IPO) an. Geplant sei die Ausgabe von neuen Aktien aus einer Kapitalerhöhung.

Update vom 12. September: Die Fachzeitschrift TextilWirtschaft bringt unter Berufung auf mehrere unternehmensnahe Quellen den 1. Oktober als Stichtag für den Börsengang ins Gespräch. Eine offizielle Bestätigung des Termins seitens Zalando gibt es bislang allerdings nicht.

Zwischen 500 und 750 Millionen Euro könnte Zalando auf diese Weise aufnehmen, so Schätzungen. Den Ausgabepreis für die Anteilsscheine will das Berliner Unternehmen am 29. September bekannt geben.

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Die bestehenden Zalando-Gesellschafter behalten ihre Anteile und werden diese im Rahmen des Angebots nicht verkaufen, heißt es von dem Berliner Jungunternehmen. Die derzeit fünf größten Aktionäre sind Investment AB Kinnevik (36 Prozent), der Global Founders Fund der Samwer-Brüder (17 Prozent), Asos-Miteigentümer Anders Holch Povlsen (10 Prozent), Juri Milners DST Europe (8 Prozent) und Holtzbrinck Ventures (8 Prozent).

Vor dem IPO hat Zalando im Juli 2014 nach eigenen Angaben eine Kreditlinie über 200 Millionen Euro mit einer Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen, welche revolvierend in Anspruch genommen werden kann. Die Kreditlinie soll „für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden“, so das Unternehmen.

Bereits seit einiger Zeit hatte der Online-Versender für die Börse hübsch gemacht und tüchtig auf die Kostenbremse gedrückt: so wurde der nicht auf die Schnelle Erfolg versprechende Luxus-Ableger Emeza eingestellt, gleiches gilt für den Webshop der Eigenmarke Kiomi. Auch in neue Länder ist Zalando in den vergangenen Monaten nicht expandiert. Selbst intern wurde dem Vernehmen nach gespart – unter anderem strich Zalando den zuvor recht großzügigen „Friends&Family“-Rabatt. Mit Erfolg: Für das erste Halbjahr vermeldete der Online-Versender jüngst das gruppenweite Erreichen der Gewinnschwelle.

Übrigens: Erstmals veröffentlich Zalando auch detaillierte Angaben zur Geschäftsentwicklung seit 2011. Einige Kennzahlen hat der Online-Versender dabei in einem Fact-Sheet zusammengefasst.

Bild: Zalando