Die Zalando-Geschäftsführung Rubin Ritter, Robert Gentz und David Schneider (von links)

Es gab bereits viel Ärger um die Bread & Butter. Der Modehändler Zalando wollte das Event eigentlich im Flughafen Tempelhof abhalten, der Senat hatte den Ort aber für Flüchtlinge eingeplant. Vor einigen Tagen zogen die ersten Flüchtlinge dann ein. Zalando zieht jetzt die Konsequenzen daraus. „Wir müssen uns wohl eine andere Location für die Veranstaltung suchen“, sagte ein Sprecher dem Handelsblatt. Der Modehändler sei in Gesprächen mit der Stadt.

Zalando hatte das Event erst auf den kommenden Sommer verschoben, doch dann dürfte das Gebäude angesichts des starken Flüchtlingsstroms noch nicht zur Verfügung stehen. Das Unternehmen unterstütze das Vorhaben der Stadt und plane außerdem ein Wohltätigkeitsfestival für die Flüchtlinge.

Zalando wächst schneller – zulasten der Profitabilität

Der Modehändler legte heute zudem seine endgültigen Quartalszahlen vor. Die bestätigen das Bild aus dem vorläufigen Bericht: Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten auf 2,1 Milliarden Euro, das fast dem Gesamtjahresniveau von 2014 entspricht. Im dritten Quartal wuchs der Umsatz auf 713,1 Millionen Euro – ein Wachstum von 42,2 Prozent im Vorjahresvergleich. Dafür stieg der Verlust. 23,5 Millionen betrug der bereinigte Verlust vor Steuern und Zinsen im dritten Quartal. Im Vorjahreszeitraum lag das bereinigte Ebit noch bei vier Millionen Euro im Plus.

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Verantwortlich für die höheren Einbußen seien Investitionen etwa in die Logistik und in die „Mobile- und Plattformstrategie“ des Unternehmens. Außerdem erhöhten sich die Marketingausgaben für die Apps, hieß es von Zalando bei den vorläufigen Zahlen. „Unser Ziel ist weiterhin profitables Wachstum“, sagte Vorstandsmitglied Rubin Ritter Mitte Oktober. „Aber wir sind gewillt, kurzfristige Einbußen bei der Profitabilität in Kauf zu nehmen, um Wachstum zu beschleunigen und Marktanteile zu gewinnen.“

Der Online-Modehändler stellt zum Jahresende noch einmal ein: Insgesamt 10.000 Mitarbeiter sollen dann für Zalando arbeiten. Zum Ende des dritten Quartals sind es bereits etwa 9.400, vor einem Jahr waren es 7.100. Zum Vergleich: Das sind dann zum Jahresende immerhin fast ein Fünftel des Otto-Konzerns.

Bild: Zalando