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Zalando wächst weiter – das zeigt der aktuelle Konzernabschluss, den der E-Commerce-Gigant am Mittwochmorgen vorlegte. Im vergangenen Geschäftsjahr setzte das Unternehmen demnach 3,64 Milliarden Euro um, was einem Wachstum von 23 Prozent gegenüber 2015 entspricht. Allein im traditionell starken vierten Quartal schrieb Zalando erstmals einen Umsatz von einer Milliarde Euro.

Das bereinigte Ebit stieg im vergangenen Jahr auf 216,3 Millionen Euro an. Das entspricht einer Marge von 5,9 Prozent und einer Verdopplung im Vergleich zu den Vorjahreswerten von 107,5 Millionen Euro beziehungsweise 3,6 Prozent.

Der Nettogewinn liegt dabei mit 120,5 Millionen Euro etwa auf dem Vorjahresniveau. Grund hierfür sind Verlustvorträge, die vor allem im vierten Quartal realisiert wurden. Ohne Unternehmenszukäufe investierte Zalando 2016 rund 180 Millionen Euro in „Infrastruktur, den Ausbau der Automatisierung und selbst entwickelte Software“, heißt es im Bericht. In diesem Jahr plant Zalando, erneut 200 Millionen für diese Bereiche auszugeben.

„Wir investieren, um schnell zu wachsen“

Auch im kommenden Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von 20 bis 25 Prozent und einer bereinigten Ebit-Marge von 5 bis 6 Prozent. Die Marge zu verbessern habe laut Ritter dabei zunächst nicht die oberste Priorität, da man weiter stark investieren wolle.

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„Wir investieren, um schnell zu wachsen“, schreibt CEO Rubin Ritter in einer Mitteilung. „Deshalb sind wir sehr stolz darauf, dass wir unser Geschäft profitabel ausgebaut haben.“ Bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten erklärt er weiter, man habe das Unternehmen seit 2013 verdoppelt.

„Wir werden unser Team weiter ausbauen und dieses Jahr mehr als 2.000 neue Arbeitsplätze schaffen“, erklärt Ritter weiter. Allein in Berlin soll die Hälfte dieser Jobs entstehen, bisher arbeiten in der Hauptstadt 5.000 Zalando-Angestellte. Im vergangenen Jahr beschäftigte der Konzern insgesamt 12.000 Angestellte; 2015 waren es rund 10.000.

Gerade das Tech-Team hat Zalando letztes Jahr aufgestockt: Die Anzahl der Mitarbeiter dort wuchs von 1.000 auf 1.600. Sie sind besonders wichtig für Zalandos Plattform-Strategie. Der Zweck des Modells: Insgesamt sollen die Kosten sinken, weil Marken und dritte Verkäufer ihre Waren zwar über Zalandos Plattform verkaufen, sich um alles andere aber selbst kümmern müssen. Ritter argumentiert, Zalando sorge dabei für die Reichweite. Dem Unternehmen kommt dabei zugute, dass es viele Anbieter verschlafen haben, eine nennenswerte Präsenz im Internet aufzubauen.

Zalando kauft Basketball-Händler Kickz

Zalando zählte im vergangenen Jahr rund 20 Millionen Kunden, was einem Zuwachs von etwa 11 Prozent entspricht. Zunehmend werde dabei von mobilen Geräten eingekauft, heißt es im Jahresabschluss.

Außerdem verkündet Zalando noch eine auf den ersten Blick überraschende Übernahme: Der Konzern hat Anfang der Woche den Münchner Einzelhänder Kickz für eine unbekannte Summe gekauft. Das 1993 von Christian Grosse gegründete Unternehmen betreibt 15 Filialen in Deutschland und wurde vor allem mit seinen Basketball-Produkten in der Szene bekannt. Laut Süddeutscher Zeitung soll Kickz weiter von Grosse geleitet werden: „Kickz ist und bleibt weiterhin Basketball“, so der Gründer. Für Zalando ist der Kauf ein interessanter Schritt ins Offline-Geschäft.

Bild: Zalando