Rubin Ritter David Schneider Robert Gentz

Die Zalando-Macher: Rubin Ritter, David Schneider und Robert Gentz

Eine Milliarde Nettoumsatz im ersten Halbjahr 2014

Offenbar haben sich die Aufräumarbeiten vorm anstehenden Börsengang bei Zalando ausgezahlt – und die Negativschlagzeilen nach einem Undercover-Bericht keinen verheerenden Effekt: Rund eine Milliarde Euro Umsatz weist Zalando für das erste Halbjahr 2014 aus, gut ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum.

Update vom 28. August 2014: Für das erste Halbjahr ergebe sich daraus eine Ebit-Marge („vor Aufwendungen aus anteilsbasierter Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente“) in Höhe von 1,2 Prozent, zuvor hatte diese noch bei minus 9 Prozent gelegen. In absoluten Zahlen wird das Ergebnis vor Steuern und Zinsen für den Zeitraum von Januar bis Juni 2014 auf 12 Millionen Euro beziffert, nachdem in der gleichen Periode 2013 ein Minus von 72 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte.

Zuvor hatte das von Robert Gentz und David Schneider gegründete Unternehmen für die deutschsprachige Kernregion das Annähern an die Gewinnschwelle vermeldet. Zur Verkündung der bestätigten Halbjahreszahlen heißt es nun, bei einer Ebit-Marge (vor Aufwendungen aus anteilsbasierter Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente) von 4,6 Prozent sei man „klar profitabel“.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Alles über Zalando – eine Chronik

Anzeige
„Basierend auf dieser Entwicklung halten wir an unserem Ziel fest, im Geschäftsjahr 2014 einen entscheidenden Schritt in Richtung Ebit-Breakeven auf Gruppenebene zu machen, auch wenn wir den Breakeven eventuell nicht ganz erreichen werden“, lässt sich Zalando-Vorstand Rubin Ritter zitieren.

Im Gesamtjahr 2013 hatte Zalando sowohl das gesetzte Umsatzziel von zwei Milliarden Euro verpasst und den gruppenweiten Verlust von 90 auf 109 Millionen Euro vergrößert. Das Unternehmen hatte 2013 als „Jahr der Reflexon“ bezeichnet: Gleich zu Beginn wurden der Luxusableger Emeza und sowie der Webshop Kiomi eingestellt, neue Märkte wurden kaum angegangen.

Seit geraumer Zeit tritt der Online-Händler gewaltig auf die Kostenbremse: Die Verbesserung der Ebit-Marge „resultierte aus Optimierungen entlang aller wesentlichen Kostenpositionen, einschließlich Wareneinsatz, Logistik und Marketing“, wird offiziell erklärt. Dem Vernehmen nach müssen auch die Mitarbeiter beim Schickmachen für die Börse mithelfen: So wurde etwa der bisher großzügige „Friends & Family“-Rabatt gestrichen, die Sparmaßnahmen seien intern deutlich zu spüren, ist aus dem Unternehmen zu hören.

Wie aus einer Auswertung von Nielsen für Horizont.net hervorgeht, hat Zalando 2013 und 2014 seine Werbeausgaben hierzulande jeweils deutlich zurückgefahren. Besonders rigoros seien die Einsparungen dabei im vergangenen Jahr gewesen: Rund 60 Millionen Euro brutto ließ sich Zalando seine in der Regel von Jung von Matt/Fleet entwickelten TV-Spots, Printanzeigen und Online-Banner in Deutschland kosten. Gegenüber dem Vorjahr wird ein sattes Minus von 45 Prozent vorgerechnet.

Tabelle 1: Zalando Gruppe – Nettoumsatz und Ebit (in Millionen Euro, Quelle: Zalando)

Q2/2013 Q2/2014 HJ/2013 HJ/2014 GJ/2013
Nettoumsatz Gruppe  437 546 809 1.047 1.762
Davon DACH-Region  268 310 490 594 1.056
EBIT Gruppe  -31 35 -72 12 -109
Bild: Zalando; Dieser Artikel erschien zuerst am 18. Juli 2014