Zalando Kartons

Die Zalando-Gründer Rubin Ritter, David Schneider und Robert Gentz

Zalando-Halbjahreszahlen: Auf gutem Weg

Das erste Halbjahr 2013 hat der Online-Versender Zalando (www.zalando.de) mit einem Nettoumsatz von 809 Millionen Euro abgeschlossen, wie aus dem heute veröffentlichten Quartalsbericht hervorgeht. Das Berliner Unternehmen wuchs demnach um mehr als 70 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012. Von Januar bis Ende Juni 2012 war der Nettoumsatz auf 471 Millionen Euro beziffert worden.

Geschuldet sein dürfte diese Entwicklung insbesondere dem aggressiven Ausbau der Geschäfte sowohl in den Ländern, in denen Zalando bereits seit einer Weile vertreten ist, sowie der Erschließung von vier neuen Märkten in der zweiten Jahreshälfte 2012. Beides hatte das Unternehmen bislang mitunter deutlich unter der Gewinnschwelle gehalten. Für 2013 werde man „wohl immerhin in die Nähe einer schwarzen Null kommen“, hatte es kürzlich geheißen – abhängig vom Verlauf des Herbst- und Weihnachtsgeschäfts. Für 2014 werde dann erstmals ein kleiner Gewinn erwartet.

Der ebenfalls heute vorgelegte Bericht des Zalando-Geldgebers Investment AB Kinnevik  zeigt ein paar weitere interessante Details auf. Etwa realisierte Zalando mehr als die Hälfte der Nettoverkäufe außerhalb Deutschlands und das ursprüngliche Geschäft mit Schuhen stellt mittlerweile weniger als 50 Prozent der Verkäufe dar. Trotz eines langsameren Margenwachstums zeigt sich der schwedische Investor mit seiner Beteiligung zufrieden: Die Zalando-Bewertung wurde von umgerechnet zuletzt 3,2 auf nunmehr nicht ganz 3,6 Milliarden Euro angehoben.

Das von Robert Gentz, David Schneider und Rubin Ritter geführte Unternehmen hatte für das laufende Jahr die Umsatzmarke von zwei Milliarden Euro angepeilt. Angesichts der nun vermeldeten Wachstumsraten und der typischerweise guten Herbstquartale samt Weihnachtsgeschäft, scheint dieses Ziel durchaus realistisch zu sein. Beachtlich dabei: Der Versandriese Otto hatte für sein Kerngeschäft auf Otto.de im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro ausgewiesen. Zur Orientierung: Die unangefochtene Nummer 1 im deutschen Online-Handel bleibt Amazon mit einem geschätzten Umsatz im vergangenen Jahr von knapp fünf Milliarden Euro.

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Hierzulande etwa hatte Zalando kürzlich in Mönchengladbach die Testphase in seinem dritten selbstbetriebenen Logistikzentrums gestartet. Darüber hinaus eröffnete Zalando in diesem Jahr zwei neue Standorte in Berlin, die von den Teams für Fashion, Technology und Operations bezogen wurden. Gleichzeitig werden insbesondere die Logistik-Aktivitäten des Internet-Unternehmens von Negativschlagzeilen begleitet. Das Magazin Spiegel berichtete vor wenigen Tagen erst von fragwürdigen Arbeitsbedingungen im Lager in Erfurt, vor einem Jahr hatte das ZDF ähnliche Anschuldigungen in Bezug auf ein Lager nahe Berlin erhoben. Zalando hatte beiden Berichten weitgehend widersprochen, aber betont, die Vorwürfe prüfen zu wollen.

Bild: Q.pictures / pixelio.de