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Zalando-Outlet in Berlin: Geringeres Emissionsvolumen geplant

Kai-Uwe Ricke soll Zalando-Gesellschafter werden

Der wohl für den Herbst geplante Börsengang des Mode-Shops Zalando könnte deutlich kleiner ausfallen als bisher erwartet. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Laut einer Quelle im Börsenumfeld werde der IPO „auf jeden Fall weniger als eine Milliarde Euro schwer“, außerdem sollten nur zwischen zehn und 15 Prozent der Anteile platziert werden.

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Bei einer Bewertung von 3,8 Milliarden Euro entspräche dies einer Summe zwischen 380 und 570 Millionen Euro. Grund für das geringere Emissionsvolumen ist Insidern zufolge, dass kaum einer der Zalando-Eigner seine Anteile bei einem IPO verkaufen wolle. Eine große Kapitalerhöhung würde zu einer Verwässerung bestehender Anteile führen.

Auch Zalando-Mitgründer Rubin Ritter machte in einem Interview mit der Börsen-Zeitung klar, dass die Investoren einen Börsengang nicht für einen großangelegten Ausstieg nutzen würden. Es störe ihn, „dass ein IPO quasi immer gleichgesetzt wird mit Kasse machen und Exit der Gesellschafter“. Ein IPO könne „ja auch dazu dienen, Kapital für die Gesellschaft aufzunehmen, um diese auf eine neue Ebene zu bringen“.

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Laut Reuters soll der Börsengang im Oktober erfolgen, im September werde das Unternehmen den IPO ankündigen. Vorstand Rubin Ritter wollte sich hingegen nicht festlegen: „Wir machen dann ein IPO, wenn wir glauben, dass es der richtige Schritt für Zalando ist, um Zalando auf eine neue Ebene zu bringen und weiter zu stärken.“ Er glaube zudem, „dass die ganze Exit-Diskussion außerhalb von Zalando mehr geführt wird als innerhalb des Unternehmens. Wir sollten schon drei Jahre nach der Gründung angeblich verkauft werden. Nun sind wir nach sechs Jahren noch immer nicht verkauft.“

Zalando ist laut Ritter „sehr solide finanziert“, weshalb man „weder kurzfristig noch längerfristig“ auf eine Finanzierung angewiesen sei. Ende 2013 habe Zalando über eine Liquidität von etwa 350 Millionen Euro verfügt. Laut Börsen-Zeitung soll nun noch ein weiterer Geldgeber zum Investorenkreis stoßen: Ex-Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke, der seit Mai Mitglied des Aufsichtsrats des Berliner Unternehmens ist.

Ritter kündigte an, das Wachstumstempo von Zalando in Zukunft drosseln zu wollen. Es sei sinnvoll, nun ein Tempo einzulegen, das auf lange Sicht durchzuhalten sei: „Also wie ein Marathonläufer und nicht mehr wie ein Sprinter.“

Bild: Zalando