Giftige Schuhe bei Zalando, Lagerbrand bei Asos

Zalando verkündet seine Partnerschaft mit der britischen Arcadia Group: Ab September 2014 wird der Berliner Online-Modehändler in ausgewählten europäischen Ländern auch Produkte der beiden Fashion-Labels Topshop und Topman führen. Zwar können europäische Kunden außerhalb von Großbritannien die Produkte der zwei britischen Labels auch via Onlineshop bestellen, müssen dafür jedoch auch endsprechend Versandkosten zahlen. Über den Shop von Zalando sollen Versand und Rücksendung ab Herbst 2014 kostenlos möglich sein.

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Der Zeitpunkt für die Zusammenarbeit scheint günstig gewählt: Zalandos größter Konkurrent, der britische Modehändler Asos, hat derzeit mit Problemen zu kämpfen. Ende Juni brannte ein Teil des Hauptlagers nieder, schon Anfang Juni hatte das Unternehmen eine Gewinnwarnung herausgeben, die den Aktienkurs massiv fallen ließ. Zur Begründung hieß es von Asos unter anderem, dass der Verkauf von Produkten aus der Eigenmarke zurückgehe und stattdessen mehr Fremdware mit niedriger Retail-Marge verkauft werde.

Auch Zalando hat Probleme mit seiner Eigenmarke: Weil Schuhe aus mehreren eigenen Kollektionen mit einem Giftstoff belastet waren, musste der Berliner Online-Händler Anfang April 1.500 Paar Schuhe zurückrufen. Zudem hatte Zalando  Ende 2013 den den Webshop seiner Eigenmarke Kiomi eingestellt, die Marke selbst blieb dabei erhalten und wird weiterhin über Zalando vertrieben. Der Grund für die Shop-Schließung könnte der geplante IPO des Berliner Modehändlers gewesen sein, der voraussichtlich noch in diesem Herbst erfolgen könnte.

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Auch die Zusammenarbeit mit zwei gehypten britischen Modemarken könnte für Zalando hilfreich sein, um sein Image aufzupolieren, das im Zusammenhang mit einem Shitstorm zu schikanösen Arbeitsbedingungen ein paar tiefe Kratzer abbekommen hatte. Auf die Zahlen des Berliner Online-Versenders hatten sich diese aber offenbar nicht allzu stark ausgewirkt: Zalando hatte jüngst vermeldet, im zweiten Quartal gruppenweit die Gewinnschwelle erreicht zu haben. Für Asos-Miteigentümer Anders Holch Povlsen ist dies wohl dennoch erfreulich: Ihm gehören auch zehn Prozent an Zalando.

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