fritz trott

Bevor er zu Rocket Internet kam, gründete Fritz Trott eine NGO

Fritz Trott hat schon viel erlebt. Der 34-Jährige arbeitete neben dem Studium als Journalist, danach gründete er die NGO Courage!Africa und den Radiosender Welle21. Anschließend arbeitete er unter anderem als Büroleiter im EU-Parlament, für Foodpanda von Rocket Internet und als Marketing-Chef für die Termin-Plattformen Salonmeister und Treatwell.

Nun widmet sich der umtriebige Gründer einer Branche, die einen eher schlechten Ruf genießt: Zeitarbeit. Die häufige Kritik: Die Arbeiter sind oft unterqualifiziert, werden schlecht bezahlt und die Unternehmen haben einen hohen Verwaltungsaufwand. Das will Fritz Trott anders machen.

Gemeinsam mit Cihan Aksakal (KaufDa-Gründer), Frederik Fahning (Ex-Atlantic-Internet) und Stephan von Perger (Wellington-Partners-Principal) gründete Trott deshalb das Startup ZenJob. Von Perger ist seit Anfang 2017 nicht mehr dabei, für ihn kam Cornelius von Rantzau hinzu. Das Team will seinen Arbeitern mindestens zehn Euro Stundenlohn zahlen und alles über eine App abwickeln.

Im Gespräch mit Gründerszene erzählt der Gründer und CEO, warum er mit ZenJob aber nicht nur Geld verdienen – sondern auch ein bisschen die Welt retten will.

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Fritz, du warst früh unternehmerisch tätig. Was waren deine ersten Erfahrungen?

Ich wollte immer Unternehmer werden. Die erste wichtige Gründung war Courage!Africa, das ist eine NGO zur Unterstützung von geistig und körperlich behinderten Menschen in Kenia. Sie läuft sehr erfolgreich.

Was meinst du mit Erfolg? Eine NGO verdient ja kaum Geld.

Das ist das einzige Problem daran: Ich verdiene damit kein Geld. Wenn man jemandem helfen will, dann muss man entweder Gutmensch sein – oder man verdient Geld, mit dem man dann viel mehr bewegen kann.

Geld willst du jetzt mit ZenJob verdienen, wo sehr früh Startup-Investor Christophe Maire involviert war. Von wem kam die Idee zu ZenJob?

Vor zwei Jahren habe ich aus der Not heraus nebenher den Babysitterclub gegründet, weil ich selber Vater von zwei Kindern bin. Ich habe Christophe Maire davon erzählt, der das Thema aber mit einer größeren Vision auf dem Schirm hatte. Wir kamen darauf, dass es eine totale Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage bei Jobs gibt.

Was meinst du damit?

Unternehmen schreiben Jobs immer noch wie im Jahre 1970 aus. Und viele Menschen gehen unglücklich zur Arbeit und arbeiten nur, um Geld zu verdienen. Wir wollen, dass sie das machen, was sie gerne machen, weil sie dann produktiver sind.

Ihr bietet hauptsächlich Studentenjobs wie zum Beispiel Kellnern. Sind das wirklich Jobs, in denen Menschen aufgehen?

Ja und nein. Studenten haben das Problem, schnell an Geld kommen zu müssen. Aber es ist schwierig, in wenigen Tagen einen Job zu finden, für den man dann auch noch bezahlt wird.

Wie genau wollt ihr das mit ZenJob ermöglichen?

Einer unserer Kunden ist das Sheraton Hotel. Wenn es dort zu Personalengpässen kommt, melden sie sich beispielsweise um 12 Uhr bei uns, dass sie um 14 Uhr jemanden für das Housekeeping brauchen. Das kostet sie einen Klick per Mail, die in unser System eingeht.

Und diese Anfrage verknüpft ihr mit Studenten?

Wir verknüpfen die Anforderungen mit unseren Talenten, die gesagt haben, dass sie gerne Housekeeping machen, verfügbar sind und sich in Berlin aufhalten. Sie bekommen dann eine Benachrichtigung auf das Handy, ob sie Geld verdienen wollen und um welchen Job es sich handelt. Wenn sie sich dafür entscheiden, dann geht die Zusage direkt an das Hotel. Der Student loggt sich über unsere App beim Hotel ein und wir überweisen anhand der Arbeitszeiten einen Abschlag. Und am Ende des Monats wird der Restbetrag überwiesen.

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