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Zyngas „With Friends“ markenrechtlich geschützt?

Namensgleichheit kann zu gerichtlichen Auseinandersetzungen führen, wie diese gerade zum Beispiel Fab und JustFab untereinander austragen. Im Falle von Bang With Friends will nun Zynga sein Markenrecht einklagen, wie The Verge schreibt, da die Facebook-Sex-App angeblich „ihren Namen wählte, mit dem Wissen um Zyngas Spielemarken im Hinterkopf“. Konkret geht es allerdings lediglich um die Endung „With Friends“, die an die mittlerweile sieben Zynga-Spiele mit der gleichen Endung – unter anderem „Words With Friends“ oder „Matching With Friends“ – angelehnt sein soll.

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Völlig aus der Luft gegriffen ist Zyngas These, dass sich die Bang-With-Friends-Macher bei der Namensfindung bei der bekannten Spielereihe bedienten, sicherlich nicht. Ob dieser Sachverhalt allerdings in eine gerichtliche Auseinandersetzung münden muss, steht auf einem anderen Blatt. Gerade mit dem Wissen um Zyngas derzeitige schlechte Marktlage wirkt der Markenstreit wie der Versuch, mit allen Mitteln an Geld zu kommen. Auch der Anklage-Zeitpunkt ist merkwürdig gewählt, da Bang With Friends seinen Zenit laut den Zahlen des Analyse-Tools Metricsmonk mittlerweile wieder überschritten haben dürfte. Auch im AppStore ist die mobile iOS-Variante nach einem Einlenken Apples nicht mehr vertreten.

Update vom 1. Oktober 2013: Die beiden Parteien scheinen sich geeinigt zu haben. In einer gemeinsamen Erklärung erkennt Bang With Friends die Markenrechte der With-Friends-Serie Zyngas an und verkündet, dass es seinen Unternehmens- und Servicenamen in naher Zukunft anpassen wird. Gleichzeitig weisen die Sex-App-Betreiber auf die nächste BWF-Version unter www.thenextbang.com hin. Derzeit ist dort allerdings bis auf die spartanische Startseite und die Möglichkeit der Newsletternameldung nicht viel zu entdecken.

Hat Bang With Friends Geld?

Und ob das Sex-Startup überhaupt jemals richtig Geld einsammelte, ist ebenfalls fraglich. Die App ist kostenfrei, enthält keine Premium-Features und beinhaltet keine Werbung. Lediglich eine Kooperation mit dem Film „The ToDoList“ (Motto: „Tweet us your dream spot to bang!“) ist unschwer auf der Startseite zu erkennen – Kooperationen wie diese allein dürften aber weder das Unternehmen, noch die potenziellen Prozesskosten finanzieren können. Inwieweit Geld für den Verkauf von Nutzer- oder sonstigen Daten floss, kann nur gerätselt werden.

Skurril ist zusätzlich der Fakt, dass Bang With Friends bezüglich des Markenstreits noch gar kein offizielles Schreiben von Zynga Rechtsanwälten erhielt und von den Anschuldigungen bisher nur aus den Medien weiß. Gegenüber Gründerszene ließ das Startup verlauten, „dass man als Tech-Unternehmen geistiges Eigentum sehr ernst nehme und den Fall evaluieren werde – nachdem man ein Schreiben erhalten habe.“

Bild: Bang With Friends