Seit knapp einem Jahr gibt es immer wieder Gerüchte, dass Apple an einem eigenen autonom fahrenden E-Auto baut. Zuletzt verdichteten sich die Meldungen, da der Konzern reihenweise hochrangige Entwickler aus der Automobilbranche abwarb. Laut dem britischen Guardian sind nun Unterlagen aufgetaucht, aus denen hervorgeht, dass Apple bei der Firma GoMomentum ein Testgelände anfragt hat. GoMomentum gehört eine ehemalige Anlage der US-Navy, die abgeschieden außerhalb von San Francisco liegt und mit hohen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet ist. Etliche Firmen testen dort ihre Neuentwicklungen, ohne befürchten zu müssen, dass Fotografen die Prototypen erwischen.

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 Die Gerüchteküche im Silicon Valley berichtet weiter, dass Apple seit einem Jahr ein eigenes Entwicklungszentrum in der Stadt Sunnyvale eingerichtet hat und dort am Projekt „Titan“ arbeitet. Gleich um die Ecke des Research & Development Centers von Mercedes, aus dem man einige Mitarbeiter abgeworben hat. Vor wenigen Wochen sickerte zudem durch, dass sich Apple-Chef Tim Cook mit ranghohen Vertretern von BMW getroffen haben soll, um über eine mögliche gemeinsame Entwicklung zu sprechen. Das Meeting habe im vergangenen Herbst stattgefunden, lauten die Gerüchte, weitere Kontakte gab es danach aber nicht mehr.

Bestätigt ist, dass Cook sich mit dem Chef von Fiat-Chrysler, Sergio Marchionne, zusammengesetzt hat. In beiden Fällen geht es wohl darum, wo und wie man ein eigenes Auto herstellen lassen könnte. Sowohl BMW als auch Fiat verfügen über moderne Fabriken in den USA, in denen ein E-Auto hergestellt werden kann.

Dass Apple an irgendwas in Sachen Automobilität arbeitet, ist klar. Ob es ein eigenes Auto wird, ist dann wieder eine andere Sache. Das Problem ist vermutlich nicht, dass Apple ein eigenes Fahrzeug nicht los werden würde. Aber die Infrastruktur um das Auto herum ist komplex. Denn wer kümmert sich um die Instandhaltung, Reparaturen und andere Dinge?

Eine andere Möglichkeit ist, dass Apple sich als Zulieferer für die Industrie im Bereich Infotainmentsysteme, Prozessoren und Akku-Technologie etablieren will. Dafür benötigt man ebenfalls einen fahrbaren Testträger. Allerdings kann man die Technologie auch in einem normalen PKW verstecken, ohne dafür ein abgeschottetes Testgelände zu mieten.

Bild: (c) Bildagentur PantherMedia – A12283090 /