Peter Ramsauer, German Minister of Transportation (R) and Norbert Reithofer, CEO of German car maker BMW (C) watch German Chancellor Angela Merkel (L) sit in a BMW i3 car during the opening ceremony of the 65th edition of the IAA (Internationale Automobil Ausstellung) auto fair on September 12, 2013 in Frankfurt am Main, western Germany. The motor show runs for industry professionals today before welcoming the public on September 14. AFP PHOTO / DANIEL ROLAND

Der BMW i3 ist mit großen Erwartungen ins Rennen gestartet – der Erfolg lässt noch sich warten.

Der Schuldenberg wächst weiter, mit der Produktion der Fahrzeuge kommt Tesla kaum hinterher und überhaupt scheinen die Ziele von Elon Musk überambitioniert. Nichtsdestotrotz ist der Tech-Visionär in den Köpfen der deutschen Automobilindustrie präsenter denn je.

Allein die 400.000 Vorbestellungen der Mittelklasse-Limousine Model 3 lassen hiesige Chefs an den Grundfesten der Konzernstruktur rütteln. E-Mobilität wird neuerdings nicht nur bei Daimler groß geschrieben mit einem Produktionsziel von einer sechsstelligen Anzahl an Elektroautos bis 2020, sondern rückt auch bei BMW endlich weiter in den Mittelpunkt der Unternehmensstrategie.

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Die Kehrtwende sei bei der vergangenen Hauptversammlung von BMW eingeleitet worden, heißt es in einem Zeitungsbericht des Handelsblatt. „Von Elon Musk lernen heißt siegen lernen“, soll Fondsmanager Ingo Speich der Führungsriege entgegen gerufen haben. Der wunde Punkt, auf den diese Spitze zielte, ist der i3. Trotz Rekordgewinne habe der Münchner Autohersteller weiterhin schwache Absatzzahlen mit dem E-Auto zu verzeichnen. Der vergleichsweise hohe Anschaffungspreis und die geringe Reichweite könnten mit dem Modell von Tesla nur schwerlich mithalten, so das harte Urteil.

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Bislang setzt BMW bei seiner i-Reihe auf eine Kohlefaser-Karosserie, die zwar erheblich leichter (etwa 1300 Kilogramm), von den Produktionspreisen aber teurer ist als ein Fahrzeug aus Stahl. Die Entwicklung des i3 hat allein Milliarden verschlungen. Die Nachfrage für den mehr als zwei Tonnen schweren Model-S-Flitzer ist hingegen unverändert groß, während deutsche Hersteller ihre kleineren Autoklassen trotz Umweltprämie für E-Autos kaum an den Mann bekommen.

Grund genug also für den deutschen Autobauer, seine bereits existierenden Fahrzeugtypen, darunter auch die größeren Klassen, mit einem E-Antrieb auszurüsten. Der Aufsichtsrat von BMW werde die neue Strategie Ende dieses Monats absegnen, heißt es in dem Zeitungsbericht. Den Anfang werde allerdings die Kleinwagenmarke Mini machen, für die bereits 2011 ein E-Antrieb vorgesehen worden sei, der für die Entwicklung des i3 hintenan gestellt wurde. Der angekündigte Umbau des BMW-Vorstands sei auch eine Reaktion auf die bislang wenig erfolgreiche i3-Strategie.

VW will so weit kommen wie Tesla

Auch VW geht weiter in die E-Offensive: Im Herbst wollen die Wolfsburger einen seriennahen Prototypen mit Elektroantrieb vorstellen, der mit einer Akku-Ladung etwa 600 Kilometer weit komme – so weit wie die größte Model-S-Version und fast doppelt so viel Reichweite wie beim BMW i3. Die Entwicklung einer Schnelllade-Batterie stehe im Fokus, teilte Konzernchef Matthias Müller der Wirtschaftswoche mit. Demnach plane man bis 2020 etwa 30 elektrisch betriebene Modelle mit Reichweiten von 500 bis 600 Kilometern auf den Markt zu bringen. 20 bis 25 Prozent vom Gesamtabsatz sollen bis 2025 durch E-Autos bestritten werden, so Müller.

Es ist gar nicht so sehr der Technologie-Vorsprung von Tesla, der VW und anderen deutschen Autobauern zu schaffen macht. Es ist vielmehr der ungeheure Image-Bonus als Innovationstreiber, der die Vorbestellungszahlen in die Höhe treibt. Die deutschen Autobauer lassen sich nun nicht nur von den massentauglichen E-Antrieben à la Teslas Model 3 inspirieren, sondern offenbar auch von Elon Musks großspurigen Zielen anstiften.

Bild: Getty Images / DANIEL ROLAND